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Deutsche Helden

und andere Tatsachen bezüglich der französischen Besatzung der deutschen Lande

Herzlichen Dank an Thilo Schneider für seine Übersetzungsarbeit

"Oh, sei willkommen, Tod fürs Vaterland!

Wann immer unser Kopf,

vom Blut beleckt, auch sinken mag,

so sterben wir dann doch

mit Ruhm bedeckt für´s Vaterland"

Klopstock..."Heinrich der Vogler"

 
Französische Truppen in einem deutschen Dorf, von Woodville

Eines von Napoleons Hauptanliegen war es, für seine Armee zu sorgen. Dadurch erwarb er sich die Liebe und das Vertrauen seiner Truppen bereits schon, als er noch General in Nord-Italien war. Während dieses Feldzuges hatte er das Konzept entwickelt, dass der Krieg sich selbst ernähren solle. Dies bedeutete, dass, wann immer seine Truppen ein Gebiet betraten, die lokalen Autoritäten sofort demjenigen, der die Besatzungs- truppen befehligte, vorgeführt werden mussten und dazu genötigt wurden, Obdach, Nahrung und auch andere notwendige Dinge zur Verfügung zu stellen.
Abgesehen davon gab es auch eine Menge Plünderungen. Einige seiner Marschälle waren ganz hervorragende Plünderer, die sich mit großartigen Kunstgegenständen oder anderen Dingen, die Ihnen gefielen, davonstiehlen. Das führte dann zu schweren Vergeltungsaktionen an der französischen Bürgerschaft in den Feldzügen von 1814 und 1815.

Napoleon am Schreibtisch Friedrichs des Großen in Sansouci, von Woodville

Obwohl die Legende besagt, Napoleon habe noch am Sarg von Friedrich dem Großen gesagt:"Wenn er noch am Leben wäre, stünden wir nicht hier", so verschwand diese Respektsbezeugung vor dem alten Fritz doch kurz darauf.

Napoleon stellte sich als der größte aller Plünderer heraus.Ohne Scham wühlte er sich durch den privaten Besitz und die Papiere der Prinzen, deren Hauptstädte er erobert hatte und nahm sich alles, was ihm gefiel.

Alle Trophäen, die je durch preussische Heldentaten erworben wurden, wurden nach Paris "befreit", einschließlich des Schwerts des alten Fritz. Diese Trophäen wurden verbrannt, oder, im Fall des Schwerts, zerbrochen und zerstört, als sich die alliierten Armeen Paris näherten.

Der Tod Johann Palms

Die Hinrichtung von Johann Palm, von Woodville

Im Sommer 1806 lebte ein Buchhändler namens Johann Palm in dem kleinen, pitoresken Städtchen Nürnberg in Bayern. Eines Tages erhielt dieser drei in Papier verpackte Buchbündel. Vom Inhalt dieser Päckchen wusste er überhaupt nichts. Er arrangierte einfach eine Transaktion zwischen zwei verschiedenen Kunden. Unter den Büchern befand sich ein anonymes Werk mit dem Titel Deutschland in seiner tiefsten Erniedrigung. Es war eine kurze Arbeit über die Leiden, die den bayerischen Bürgern durch die französische Militärverwaltung aufgebürdet wurden. Ein weiterer Buchhändler in Augsburg hatte diese Arbeit erhalten und seinen Kindern erlaubt, diese zu lesen. Sie fiel in die Hände einiger französischer Offiziere, die in einem Dorf in der Nähe einquartiert waren. Napoleon hörte von dieser Sache und befahl, dass Johann Palm vor ein Militärgericht gestellt und hingerichtet würde.

Dieser, seiner Unschuld völlig sicher und mit dem ab- soluten Beweis, dass er nicht der Autor sei, wies alle Vorschläge, in´s benachbarte Österreich oder Preussen zu fliehen, zurück. Er wurde gefangengenommen und nach Braunau in Österreich gebracht, wo französische Truppen standen. Nach zwei kurzen Verhören am 22sten August wurde er in seine Zelle gesperrt. Um 11 Uhr am 26sten August 1806 wurde seine Zellentür geöffnet. Er vermutete, er sei frei. Stattdessen wurde er davon unterrichtet, dass er um 2 Uhr erschossen würde.

Dieses Urteil überraschte jeden in Braunau - außer den Franzosen. Die Bürger von Braunau drangen auf den französischen Kommandanten ein und baten um Gnade für Johann Palm. Sie wurde nicht gewährt.

Zu besagter Stunde wurde er auf einem Karren unter Teilnahme der gesamten französischen Garnison vor die Tore der Stadt gebracht. Seine Hände waren ihm auf den Rücken gebunden. Das Exekutionskommando aus 6 französischen Soldaten feuerte einmal. Alle ausser einer Kugel verfehlten das Ziel. Er wurde mit einem Schmerzensschrei zu Boden gebracht. In Erwartung einer weiteren Salve zitterte er bis zu den Füßen. Und wiederum wurde er niedergeschossen, hilflos, doch nicht tot. Zwei Soldaten rannten nun vorwärts und setzten die Mündungen Ihrer Gewehre an seinen Kopf und be- endeten ihren Auftrag.

Der Mord an Johann Palm passt in das Schema des Mordes am Herzog von Enghien, zwei Jahre früher. Mehr als ein Verbrechen....ein schrecklicher Fehler.

Ein weiteres Mal hatte er seine Macht dazu mißbraucht, über seine Grenzen mitten in das Herz einer souveränen Nation zu  greifen - und das zu Friedenszeiten. Dies führte zu Kränkung und Zorn im Herz eines jeden Deutschen, unabhängig davon, in welchem Land er lebte

Schills Todesritt

Der Tod von Schill auf dem Marktplatz von Stralsund, von Woodville

Im Frühling 1809 befand sich der größte Teil Westeuropas im Krieg. Von Portugal, Bayern und den Alpen bis hin nach Norditalien waren Frankreich und seine Verbündeten gegen Österreich, England, Portugal Spanien und den Tiroler Aufstand im Dauereinsatz. Napoleon's Demonstration bei Aspern-Essling war noch nicht geschehen.

Nachdem sie Ihre Garnison unter dem Vowand einer Übung verlassen hatten, marschierten der tapfere Schill und seine Männer auf Magdeburg, wo sie am 5.Mai 1809 ankamen. Diese Gruppe von Helden setzte sich zusammen aus 400 Mann Kavallerie und 60 Mann Infanterie.  Die tatsächliche Idee dahinter war es, einen allgemeinen Volksaufstand der Deutschen zu initiieren.

Um Schill zu treffen wurden 1000 französische und westfälische Infanteristen sowie drei 6-Pfünder Kanonen unter dem Kommando von Oberst Vautier in Marsch gesetzt. Schill schickte Ihnen einen Unterhändler namens Leutnant Stock unter Parlamentärsflagge entgegen, um mit den Westfalen über das gemeinsame Vaterland zu reden. Dies verärgerte den französischen Kommandanten sosehr, dass er diesem befahl, zu Schill zurückzukehren. Der junge Stock fügte sich, wurde jedoch beim Ritt zurück von einer Kugel aus den französischen Linien getötet.

Ein zorniger Schill lies den Schlachtruf ertönen und seine Männer sprengten mit gezogenen Säbeln vowärts. Sie hieben den Feind in Stücke, wobei sie 140 Mann töteten sowie weitere 160 gefangennahmen. Oberst Vautier wurde getötet.

Schill wußte jetzt, dass es mehr als ein Regiment Husaren brauchte, um einen erfolgreichen Volksaufstand zu entfachen. Seine größte Hoffnung lag darauf, die Ostsee zu erreichen und Schutz auf einem englischen Kriegsschiff zu finden. So führte er seine Leute Richtung Stralsund. Doch seine Hoffnungen wurden enttäuscht, da die englische Flotte westwärts gesegelt war und nicht mehr erreicht werden konnte.

Zu Damgarten marschierte der französische Komman- dant mit seiner Garnison von 900 Infanteristen von Stralsund und unterstützt durch 140 polnische Lanzen- reiter sowie zwei Kanonen aus, um Schill, dessen Kräfte etwas reduziert vom Kampf bei Magdeburg waren, zu treffen.

Schills Streitmacht schlug den Feind in die Flucht, wobei er 600 Mann, 34 Offiziere und die beiden Kanonen sowie 4 Fahnen eroberte.

Ohne lange Zeit zu verschwenden marschierte Schill
nach Stralsund, als dort die Kanonen Napoleons Ein-
zug in Wien feierten. Die in Garnison dort Verbliebenen hatten mit der Vernichtung von Schills Truppen gerechnet und waren ziemlich überrascht, als Schill die Stadt stürmte und sie alle gefangennahm.

Schills Gruppe hatte sich mittlerweile durch etwas schwedische Landwehr und Artillerie auf 1.500 Mann mit 15 Kanonen vergrößert. Er hatte nur wenig Zeit, die geschleiften Festungswerke instand zu setzen, bevor eine Streitmacht von Holländern und Dänen, in allem 5.000 Mann,  am 31.Mai die Wälle stürmten.

Als die Holländer und Dänen durch die Stadttore drangen wußte Schill, daß das Ende nahte. Nachdem er eine Gruppe von seinen Husaren zusammengerufen hatte rief er:" Kommt, laßt uns unsere Früchte auf einen guten Marktplatz bringen." Sie hieben sich durch eine große Gruppe Dänen und griffen die Offiziere an, die die gegnerischen Streitkräfte befehligten. Nachdem er diese niedergesäbelt hatte, riß er sein Pferd herum und sprengte in einen anderen Stadtteil, in dem seine Männer noch Wiederstand leisteten. Diese Männer, die ihn ihnen zu Hilfe eilen sahen, riefen "Hurra!" "Schill", wodurch sie seine Anwesenheit verrieten.
Dies handelte ihm den Zorn der Holländer ein, die ihn umzingelten, mit blankem Bajonett attackierten und ihn damit vom Pferd holten.

Die Holländer metzelten ihn dann mit Bajonett und Säbel hin und zogen ihm seine Uniform aus. Daraufhin stellten sie ihn nackt auf dem Stadtplatz für zwei Tage aus. In der zweiten Nacht wurde ihm der Kopf in Anwesenheit von Gen. Gratien abgeschlagen und der Körper in einem Armengrab verscharrt. Schills Kopf selbst wurde konserviert und in einem holländischen Armeemuseum bis 1839 ausgestellt.

Das Gefecht dieses Tages kostete die Holländer und Dänen viele Menschenleben. 1.600 Mann samt einem General, 2 Obersten und 2 Hauptmännern wurden getötet.

Napoleons Männer nahmen 11 Offiziere und 557 Männer (die meisten davon verwundet) gefangen und ungeach- tet Ihrer Wunden nach Kassel verschleppt und in ein allgemeines Gefängnis gesteckt, so, als ob sie Straßen-
räuber wären. Ohne Gerichtsverfahren wurden die Mannschaften zu Zwangsarbeit in Brest und Cherbourg
verurteilt, die Offiziere wurden füsiliert .

Und selbst hier zeigten sie noch Heldenmut. Zwei Offiziere, die nach der ersten Salve noch am Leben waren, rissen sich die Kleider auf und riefen den Franzosen zu "zielt besser" und brachen mit dem Ruf
"Deutschland" auf den Lippen dann im Kugelhagel zusammen.

Auf gleiche Weise waren also der Herzog von Enghien 1800 und Johann Palm und jetzt der brave Schill er- schossen worden.

"Dies waren der deutschen Helden Schritte,

Als der Tyrann weilte in Ihrer Mitte,

Die sich versammelten vor dem Morgenrot

Um Rache zu schwören, selbst über den Tod

Tod? Nein, denn es stand über ihnen der Will´:

Soldat, Du rächst das Grab von Schill"
 

Der Mord an dem Bürgersoldaten Andreas Hofer

Hofer im Gespräch mit dem österreichichen Sadthalter, von Woodville

Nach dem 1805er Ulmer Feldzug befand sich unter den von Österreich getrennten Ländereien auch die Alpen- provinz Tirol, die Bayern übereignet wurde.

Dies war demütigend für die Tiroler, die sehr loyal zu ihrem Kaiser Franz hielten, der ihnen immer eine Sonderbehandlung solcherart hatte zukommen lassen, dass sie von der Wehrpflicht verschont und nur der Verteidigung ihrer Heimatprovinz verpflichtet blieben.
Dies änderte sich mit der Eingliederung ihres Landes zu Bayern. Sie konnten 1805 wohl wenig tun, doch 1809 erhoben sie auf Befehl von Kaiser Franz die Waffen gegen Ihre neuen bayerischen und französischen Herren.

Die Tiroler wurden von dem Gastwirt Andreas Hofer angeführt, der wohl wußte, wie ein Guerilla-Krieg zu führen war. Fast das ganze Jahr stellten sie einen Stachel in der Seite Napoleons und Max-Josefs dar, indem sie Truppen aus dem Hauptfeldzug banden und
einige der besten Regimenter, die gegen sie zogen, demütigten.

Nachdem der Feldzug gegen Österreich beendet war, waren Napoleon und Max-Josef in der Lage, eine große Anzahl Truppen gegen die aufständischen Tiroler in
Marsch zu setzen, deren Zahl mittlerweile die 8000 überstieg. Trotzdem kämpften die tapferen Tiroler weiter! Doch als die Zahl der feindlichen Truppen wuchs,
änderte sich ihr Schicksal und am 1.November 1809 wurde Ihnen klar, dass ihr Kampf nur einen möglichen Ausgang haben konnte. Bereits am 14ten Oktober 1809 hatte Kaiser Franz einmal mehr Frieden mit Napoleon geschlossen und die Tiroler aufgegeben. Diese waren gezwungen, den Kampf aufzugeben und nach Hause zurückzukehren.
 

Andreas Hofer wird als Gefangener von den Bergen gebracht, von Woodville

Andreas Hofer hatte reichlich Gelegenheit Tirol zu verlassen und jedweden Repressalien zu entgehen.

Doch er liebte sein Land und weigerte sich, es zu verlassen, er suchte vielmehr Schutz in einer Hütte hoch
oben in den Bergen.

Am 20sten Januar 1810 wurde seine Hütte von Truppen umstellt und er wurde gefangengenommen.

Sein Versteck wurde von einem Priester namens Donay verraten, der durch Bestechung und Drohungen in den
Verrat getrieben worden war. Er war gebunden wie ein
gemeiner Verbrecher und marschierte zwischen gela- denen Musketen den gesamten Weg zu der italienischen Festung Mantua, wo er eingesperrt wurde.

In Mantua war ursprünglich geplant gewesen, ihn vor ein
Kriegsgericht zu stellen, doch es zeigte sich, dass einige Richter zur Gnade neigen könnten, nachdem Hofer ja nicht zuletzt Befehle von Kaiser Franz ausgeführt hatte.
Plötzlich kam von Mailand die bestimmte Anordnung, ihn zum Tod durch Exekutieren zu verurteilen. Dies setzte dem Schandprozess ein Ende. Er wurde am 20sten Februar 1810 abgeholt und wie ein tollwütiger Hund erschossen.

All dies geschah, während Verhandlungen über die Hoch- zeit zwischen Napoleon und der Tochter von Kaiser Franz, Marie-Louise, geführt wurden. Wo ein paar Worte
von Franz oder Marie-Louise genügt hätten, das Leben
dieses Getreuen zu retten, herrschte Schweigen. Sie
waren zu sehr mit den Verhandlungen bezüglich der
Hochzeit beschäftigt......

Doch Andreas Hofer starb nicht vergeblich.Die Geschich- te seines Kampfes und seiner schändlichen Hinrichtung
ging wie ein Lauffeuer durch die deutschen Lande und
beschämten viele Männer, als sie erfuhren, wie viel von
einer Handvoll tapferer Burschen getan worden war!
 
 

Die Geschichte und der tragische Verlust von Preussens Königin Luise



Büste von Königin Luise

Es wurde oft geschrieben, dass Königin Luise die schönste aller Frauen war. Doch ist nicht nur ihre schöne weibliche Qualität bemerkenswert, denn auch als Gattin ihres Königs und Königin ihrer Untertanen zeigten ihre Taten, dass ein reines, schönes deutsches Herz in ihrem Innern schlug.

Aus den frühesten Tagen ihrer Zuneigung zu Friedrich Wilhelm können Liebesbriefe gefunden werden, die zeigen, wie sehr sie ihr Herz im wahrsten Sinne diesem
Mann geschenkt hatte. Anders als bei den meisten adligen Ehen war dies eine Verbindung, die aus reinster und wahrer Liebe geschlossen wurde.

Königin Luise war nicht der Typ des abgehobenen, von seinen Bürgern durch Burgmauern getrennten Monar-
chen. So, wie Friedrich Wilhelm seine Regimenter bereiste, war sie ansprechbar für ihr Volk, dessen Sorgen sie anhörte und teilte. Bereits als sie Berlin zu ih-
rer Hochzeit mit dem Kronprinzen betrat, zeigte sie eine Wesensart, die sie ihren zukünftigen Preussen lieb und teuer machte.

Als ihre Kutsche in Berlin ankam, wurde sie von jungen Mädchen angehalten, die ganz in weiß gekleidet waren und Blumenkränze in den Haaren trugen. Eines davon
trug ein Begrüßungsgedicht vor. Das Programm sah vor, dass sie darauf nur eine förmliche Bemerkung machen und dann weiterfahren sollte. Doch Luise liebte Kinder
und vor der begeisterten Menge hob sie das kleine Mädchen hoch und küsste es herzlich.

Dieser Akt der Freundlichkeit und des Protokollbruchs
erfreute die Berliner ohne Ende. Die Aufmerksamkeit
der Menge wendete sich vom König und seinen unifor- mierten Männern ab und flog dieser schönen und herz-
lichen Frau zu.

Eines Tages mieteten sich zwei englische Reisende ein
Boot und ruderten zur Pfaueninsel in der Nähe von Pots-
dam. Der Oberkammerdiener sah sie an Land gehen
und befahl ihnen, die Insel zu verlassen oder verhaftet
zu werden. Als sie zu ihrem Boot zurückkehrten, trafen
sie eine Dame, die sich auf den Arm eines jungen preus-
sischen Offiziers stützte. Sie wussten nicht, wer sie war,
aber sie hoben ihre Hüte zum Gruß. Auf Englisch fragte
die Dame sie, ob sie an einer Führung über die Insel
interessiert wären. Sie sagten ihr, dass sie soeben vom
Kammerdiener fortgeschickt worden seien. "Oh", sagte
die Dame mit einem Lächeln "ich kenne diesen Beamten recht gut. Er und ich sind gute Freunde. Ich werde mich für Euch verwenden. Er wird nicht zornig sein."

So führte sie sie ein wenig herum, bis sie schließlich zu
einer Gruppe von Leuten kamen, die sich verbeugten, wie es nur Höflinge können. Den englischen Reisenden
dämmerte es endlich, dass sie von niemand geringerem als dem König und der Königin von Preussen herum- geführt worden waren. Entsetzt versuchten sie zu fliehen, doch zu ihrer Überraschung bat sie Königin Luise, zum Abendessen zu bleiben. Das war keine durchschnittliche, kalte Königin.
 

Die Flucht Königin Luises, von Woodville
 

Nach dem Desaster von Jena-Auerstedt und der Beset-
zung Berlins durch französische Kräfte begann Luise ihre
Flucht nach Königsberg von Weimar aus, bis wohin sie ihren König vor der Schlacht begleitet hatte. Sie hatte weder Zeit, ihre Sachen zu packen, noch ihre meisten
privaten Papiere. Sie war von ihren Kindern und ihrem Ehemann getrennt.

Mit einer Eskorte von 60 Kavalleristen floh sie soweit ostwärts, soweit dies ihr Gepäck erlaubte, immer bemüht, dem französischen Vormarsch fernzubleiben.
Nur ostwärts über Brandenburg, Westpreussen, über
das öde und sandige Frische Haff und letzlich nach
Königsberg, wo sie ein Wiedersehen mit Ihren Kindern
feierte. Zwei, die furchtbar krank geworden waren.
Obwohl sie geschwächt und ermüdet von ihrer gefähr-
lichen Reise war, opferte sie ihre eigene Gesundheit, um
bei ihren Kindern zu wachen und sie zu bemuttern. Schließlich steckte sie sich ebenfalls mit Typhus an.

Als die französische Armee immer näher kam, traf endlich auch Friedrich Wilhelm ein. Die ganze Familie,
Luise noch immer vom Typhus geschwächt, fuhr weiter
nach Memel, wo sie Alexander I. und seine Garden trafen. Hier war es, wo Alexander Friedrich Wilhelm umarmte und erklärte: "Wir werden nicht einzeln fallen... entweder wir fallen zusammen oder gar nicht"

Genesen, von den Worten des Zaren und dem Ergebnis der Schlacht bei Eylau ermutigt, kehrte Luise nach Königsberg zurück, um der Organisation von Pflege für die Verwundeten und der Ermutigung des patriotischen
Geistes dienlich zu sein.

Am 14ten Juni 1807 tappte Bennigsen, der die russische Armee kommandierte, in eine von Napoleon bei Friedland gestellte Falle und wurde fürchterlich geschla- gen. Und wieder musste Luise packen und nach Memel
fliehen.

In Tilsit kam sie zu Napoleon, um ihm ein besonderes
Opfer zu bringen. Ihre Würde! Sie hatte vor, Napoleon
um einen ehrenhaften Frieden zu bitten. Mit Tränen in den Augen flehte sie ihn an wie eine Mutter um das Leben ihrer Kinder. Napoleon sagte zu ihr: "Ihr ver-
langt einen großen Preis......wir werden sehen". Dies
gab Luise etwas Hoffnung und sie bat schließlich, dass
es Preussen erlaubt sein möge, Magdeburg zu behalten.
Napoleon erwiderte ihr:" Erlaubt mir, Madame, euch daran zu erinnern, dass es an mir ist, anzubieten und an Euch, zu akkzeptieren." Anderen Quellen zufolge soll er gesagt haben "Ihr seid zwar eine schöne Frau, aber Magdeburg ist eine noch schönere Festung!"

Später witzelte Napoleon mit Talleyrand, "dass ihm Magdeburg mehr als ein dutzend Königinnen von Preussen wert sei..." Er häufte später Anschuldigungen
gegen die ehrliche Königin Luise auf. Er stellte ihre Treue, ihren Charakter und ihre Weiblichkeit in Frage.
Böse Anschuldigungen, weit unter der Ebene der Ritterlichkeit, die man von einem europäischen Monarchen erwarten durfte.

Im Alter von 34 Jahren starb Luise 1810, einige sagen, an gebrochenem Herzen. Sie nahm mit sich die Erinnerungen an die Hinrichtungen Johann Palms, Schills und Andreas Hofers in den Tod, der Tod eines jeden war ein Schlag für sie gewesen....

Eine pathologische Untersuchung brachte ein Geschwür auf ihrem Herzen zu Tage, das dem Anfangsbuchstaben des großen korsischen Eroberers ähnelte.

Die Erinnerung an ihre große Königin inspirierte das preussische Volk bis lange nach den napoleonischen Kriegen. Es war ihr ältester Sohn, König Friedrich Wilhelm der vierte, der schrieb: "Die Einheit Deutschlands liegt mir sehr am Herzen. Es ist ein Vermächtnis meiner Mutter."
 

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