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2000 Jahre:

Vom Höhlen-Menschen

zum Luxus-Touristen

Ursprünglich bestand Teneriffa mit größter Wahrscheinlichkeit aus mehreren Inseln, die durch Vulkanausbrüche zusammenwuchsen. Die Existenz Teneriffas war schon in der Antike bekannt. Der römische Historiker Plinius bezeichnete Teneriffa als „glückliche Insel des Regens und des Schnees" und meinte damit wohl den im Winter schneebedeckten Vulkan Teide (3718 m). Die erste bekannte Seekarte, die Teneriffa verzeichnet stammt jedoch erst aus dem Jahre 1367.


Die Ureinwohner, die Guanchen, kamen sehr wahrscheinlich im ersten oder zweiten nachchristlichen Jahrhundert auf die Insel. Sie waren eng verwandt mit nordafrikanischen, hellhäutigen Berberstämmen. „Die Insel beherschten sieben Könige, die mit ihren Untertanen in Höhlen lebten, sich von Hunden, Ziegen, einem Brot aus Mehl und Ziegenmilch (gofio) ernährten, so der erste englische Bericht im 16. Jahrhundert über die Ureinwohner.


Die Eroberung Teneriffas erwies sich als schwieriger als die Unterwerfung der übrigen kanarischen Inseln. Oberbefehlshaber war der ehrgeizige und grausame Alonso Fernández de Lugo. Seine Geldgeber, Kaufleute aus Sevilla, versprachen sich Profite aus Zuckerrohranbau und Sklavenhandel.  De Lugo machte 1494 den ersten Eroberungsversuch, der ihn fast das Leben kostete. Im Jahr darauf kehrte er mit mehr Truppen zurück, doch der Widerstand der tapfer kämpfenden Guanchen wurde erst gebrochen, als 1496 durch die aus Europa eingeschleppte Grippe stark geschwächt waren. Weniger als 1000 Ureinwohner überlebten die Eroberung und sie wurden entweder versklavt oder sie fielen eingeschleppten Krankheiten zum Opfer.

1494 entsteht die Siedlung Santa Cruz. In den ersten 50 Jahren machten die Eroberer außergewöhnlich Profite mit dem Export von Zucker. Doch bald bekamen sie Konkurrenz von billigem Zuckerrohr aus der neuen Welt und der

Die Geschichte Teneriffas ist besonders spannend, weil sie teilweise noch unerforscht bleibt. Sagen und Überlieferungen mischen sich mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und Spekulationen. In unserer Kurzübersicht haben wir uns auf die wichtigsten Fakten beschränkt. Schon das ist spannend genug:

Zuckerhandel verschwindet fast so schnell wie er gekommen war.

Fast gleichzeitig erweist sich aber der Handel mit schwerem Südwein als Glücksfall für die Investoren. Konnte man Zucker nur nach Europa exportieren, so waren die süßen, haltbaren und transportfähigen Weine auf beiden Seiten des Atlantiks gefragt. Außerdem führte die wichtigste Handelsroute von Europa nach Amerika über Teneriffa. Scharenweise kamen ausländische Geschäftsleute auf die Insel, um am Wein-Profit teilzunehmen.

Kein Wunder also, daß im 17. Und 18. Jahrhundert die Engländer mehrfach den reichen spanischen Handelshafen Santa Cruz de Tenerife angriffen, doch stets konnte sich die Stadt erfolgreich verteidigen. Noch heute feiert man am 25. Juni den Sieg über Admiral Nelson, der 1797 während der Schlacht seinen rechten Arm verlor.

Im 19. Jahrhundert ging die Bedeutung des Weinhandels zurück, Santa Cruz blieb aber ein wichtiger Handelsplatz. Mitte de 19. Jahrhunderts wurde die „chinesische" Banane eingeführt und ein neuer Aufschwung begann. Die ersten Kühlschiffen unter Dampf ermöglichten ungeahnte Bananen-Exporte. Das Orotavatal (im Norden Teneriffas) ist 1913 eine einzige, riesige Bananenplantage. Doch zwei Weltkriege stürzten den Handel in eine tiefe Krise.


Im Juli 1936 reist der nach Teneriffa „strafversetzte" General Franco zu einer Militär-Revolte spanischer Truppen nach Marokko. Die Revolte greift aufs Festland über und führt zum spanischen Bürgerkrieg. Das dann folgende Regime Francos machte alle Träume der Kanaren zunichte, Autonomie von Spanien zu erlangen. Erst 1978 werden die kanarischen Inseln zu einer von 14 autonomen, spanischen Regionen erklärt mit selbständigen Inselregierungen. Zu diesem Zeitpunkt hatte längst der Touristenboom auf Teneriffa eingesetzt. Nach dem Export erst von Zucker, dann von Wein, später Bananen, verdient die Insel heute vor allem am „Touristenimport". Sonnenhungrige Europäer ermöglichten Teneriffa den vierten Aufschwung. Rund drei Millionen Menschen machten im vergangenen Jahr auf Teneriffa Urlaub.                        © Wolfgang Harnisch