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Presse aus der Saison 2001 - 2002
 

FCS wachte in Mainz zu spät auf

FSV hat nach 2:1-Erfolg beste Aufstiegs-Chancen

- Von JÖRG HEINZE -

Mainz. Die 13500 Zuschauer am Mainzer Bruchweg trauten am Donnerstagabend ihren Augen nicht. Jeder hatte erwartet, dass Fußball-Zweitligist FSV Mainz 05 gegen den Tabellenvorletzten 1. FC Saarbrücken ein wahres Torfestival feiern würde. Am Ende musste der Aufstiegsaspirant allerdings froh sein, dass es beim knappen 2:1-Erfolg blieb. Auch Trainer Jürgen Klopp war die Erleichterung anzumerken: "Hauptsache, wir haben gewonnen. Egal wie. Für uns zählen im Aufstiegskampf nur die drei Punkte."

Hätte der 1. FC Saarbrücken die ganze Saison über so gespielt, wie am Donnerstag in der zweiten Halbzeit in Mainz - der FCS würde nicht da stehen, wo er jetzt steht. Auch wenn FCS-Trainer Tom Dooley nach dem Spiel dem vergebenen Punkt nachtrauerte, muss man auch deutlich sagen, dass Mainz zur Halbzeit durchaus 4:0 oder gar 5:0 hätte führen können. Denn vor der Pause spielte der FCS so, wie in den vergangenen Wochen - grottenschlecht. Mainz legte los, als wollten sie den FCS aus dem Stadion fegen. Fünf hochkarätige Chancen allein in den ersten zehn Minuten, Michael Thurk erzielte bereits nach drei Minuten mit einem schönen Heber über Aushilfs-Torwart Roman Pletz hinweg das 1:0. Der FCS tauchte nur dreimal im Strafraum der Rheinländer auf - ohne allerdings auch nur einmal aufs Tor zu schießen.

Mainz baute mehr und mehr ab, der FCS bekam das Spiel besser in den Griff. Auch wenn Jürgen Kramny nach der Pause noch zum 2:0 (58.) traf. Danach war die Mainzer Herrlichkeit vorbei. Dem FCS gelang mit der ersten (!) Torchance in der 60. Minute der Anschlusstreffer durch Sambo Choji. Und plötzlich kombinierten nicht die Mainzer, sondern der FCS. Zwei Minuten später hatten die Saarbrücker sogar die Riesenchance zum Ausgleich, doch Julian De Guzman zog eigensinnig ab, anstatt den besser postierten Choji anzuspielen.

Die Mainzer retteten den knappen Vorsprung über die Zeit und haben jetzt beste Chancen auf den Aufstieg in Liga eins. Mit dieser Leistung werden es die Rheinländer in der ersten Liga aber ganz schwer haben. Für den FCS ist der Absturz in die Regionalliga nach der erneuten Niederlage wohl endgültig besiegelt.

VfL im Schongang zu stark für FCS

0:2-Heimniederlage für harmlosen 1. FC Saarbrücken gegen Bochum - Tom Dooley: "Wir haben verdient verloren"

- Von JÖRG HEINZE -

Saarbrücken. Immerhin noch 2000 Zuschauer konnten sich am Sonntag aufraffen, um die Darbietungen des Noch-Zweitligisten 1. FC Saarbrücken gegen den VfL Bochum zu beobachten. Vielleicht hatten ja einige Fans insgeheim auf einen Einsatz der Torwart-Oldies Roland Kuppig (39 Jahre) oder Dieter Ferner (53 Jahre) gehofft. Doch daraus wurde nichts. Im Tor stand der kurzfristig verpflichtete Roman Pletz, und auch auf der Bank saß keiner der "Oldies", sondern Christoph Büchel, der sich trotz seiner Bänder- und Kapselprobleme am Fuß als Ersatz zur Verfügung gestellt hatte.

Viel zu tun bekam der neue Mann im FCS-Tor allerdings erst einmal nicht. Die harmlosen Bochumer ließen dem FCS erstaunlich viel Platz, doch damit wussten die Blau-Schwarzen herzlich wenig anzufangen. Bis zum gegnerischen Strafraum spielte der FCS ganz gefällig, dann ging nicht mehr viel zusammen.

Nach 18 Minuten musste dann der neue FCS-Torwart Pletz zum ersten Mal eingreifen. Einen 14-Meter-Schuss von Vahid Hashemian konnte der 27-Jährige mit einer Fußabwehr parieren. Auf der anderen Seite konnte Bochums Schlussmann Rein Duijnhoven in der 27. Minute sein Können unter Beweis stellen, als er mit einem guten Reflex einen Kopfball von Marcio Giovanini abwehrte. Wie aus dem Nichts gelang den Gästen aus Bochum vor der Pause noch die Führung. Im Saarbrücker Strafraum schauten gleich drei Spieler - Echendu, Susic und Giovanini - erstaunt zu, wie Bochums Dariusz Wosz an ihnen vorbeikurvte und den Ball nach links zu Thomas Christiansen passte. Diieser vollendete völlig unbedrängt aus acht Metern zum 1:0 für Bochum (42.).

Nach 54 Minuten hätte Schiedsrichter Torsten Koop die Begegnung eigentlich abpfeifen können. Denn da hatte Thomas Reis nach einem Freistoß von Wosz das 2:0 für den VfL Bochum markiert. Was danach folgte, war Langeweile pur. Bochums Trainer Peter Neururer nahm nach dem zweiten Treffer Dariusz Wosz und Delron Buckley vom Platz, weil beide schon mit vier Gelben Karten belastet waren, und bei einer weiteren Karte für das nächste Spiel des VfL Bochum gegen Frankfurt gesperrt gewesen wären. Diese Sorge war allerdings unbegründet. Denn in der Begegnung, die nun wie ein Freundschaftsspiel wirkte, gab es keine einzige Gelbe Karte.

Für Wosz und Buckley durften zwei ehemalige Saarbrücker, nämlich Thomas Stickroth und Dino Toppmöller, ran, mussten aber nicht mehr viel tun. Denn der VfL Bochum tat nicht mehr als nötig, schaukelte das 2:0 ohne weitere Anstrengungen über die Runden. Freundschaftlich ging es auch nach dem Spiel zu. "Tom, du guckst dir auch jeden Mist an", scherzte Peter Neururer, als FCS-Trainer Tom Dooley sich eine Videokassette mit der Spiel-Aufzeichnung geben ließ. Dann wurde Neururer noch mal ernst: "Bis zum 1:0 haben wir kaum Möglichkeiten gehabt. Aber wir haben auch nicht unbedingt mehr machen müssen." Und Tom Dooley blieb nur die Erkenntnis: "Wir haben verdient verloren. Vielleicht klappt es ja in Mainz mal mit einem Tor."

FCS verpflichtet neuen Torhüter

Roman Pletz soll gegen Bochum den Kasten sauber halten

- Von JÖRG HEINZE -

Saarbrücken. Peter Eich verletzt (Achillessehnen-Entzündung), Sven Scheuer verletzt (Wade), Christoph Büchel verletzt (Bänder- und Kapselprobleme), Markus Hirschauer schwer krank (Leukämie) - Fußball-Zweitligist 1. FC Saarbrücken gehen vor dem Spiel gegen den VfL Bochum am Sonntag, 15 Uhr, im Saarbrücker Ludwigspark die Torleute aus. Allerdings hat der FCS kurzfristig einen Amateur-Torwart verpflichtet.

Es handelt sich dabei um Roman Pletz, 27 Jahre alt. Pletz ist seit einem halben Jahr ohne Verein, spielte zuvor bei den Amateuren von Hertha BSC Berlin. Nach einer Operation hält sich Pletz seit einigen Monaten beim Regionalligisten Stuttgarter Kickers fit. Einem entsprechenden Antrag des FCS gab die Deutsche Fußball Liga, DFL, am Freitag statt. Pletz soll einen Vertrag bis Saisonende erhalten. Sozusagen als Bewährungsprobe. Danach wird über ein längerfristiges Engagement des 27-Jährigen entschieden. Für alle Fälle hat der 1. FC Saarbrücken auch eine Spielgenehmigung für den ehemaligen FCS-Keeper Roland Kuppig, 39, beantragt. Kuppig wird wohl am Sonntag als Ersatzkeeper auf der Bank Platz nehmen. Damit wird es doch nichts mit einem Einsatz des 53-jährigen Amateurtrainers Dieter Ferner im Tor.

Vertragsgespräche beim 1. FCS stocken

Erst zwei Spieler des 1. FC Saarbrücken sind für die kommende Saison in der Regionalliga verpflichtet - Verhandlungen mit Peter Eich erneut abgebrochen

- Von JÖRG HEINZE -

Saarbrücken. Die Verträge liegen zur Unterschrift bereit, doch wann und ob sie überhaupt unterschrieben werden, ist derzeit unklar. Die Pokerrunden beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Saarbrücken sind eröffnet. Der ewige Interessenkampf zwischen dem Verein auf der einen Seite und den Spielern sowie ihren Beratern auf der anderen.

Die Hoffnungen auf den Klassenverbleib haben sich beim FCS allerspätestens nach dem 0:8 in Unterhaching zerschlagen, die Planungen sind jetzt voll und ganz auf die Regionalliga ausgerichtet. Doch bislang haben nur Björn Tarillon, der in der Winterpause vom Verbandsligisten RW Hasborn kam, und Tamas Koltai Verträge, die auch für die Regionalliga gelten. Peter Eich, Julian De Guzman, Nsaliwa Tamadani und Marco Stark würde der FCS gerne halten. Gespräche laufen, doch bislang blieben alle Verhandlungen ohne Ergebnis. Peter Eich beispielsweise hatte am Dienstag eine neue Geprächsrunde. Herausgekommen ist dabei allerdings nichts. "Unsere Vorstellungen für eine weitere Zusammenarbeit liegen noch ein bisschen weit auseinander", erzählt der 38-Jährige auf Nachfrage und meint damit vor allem die finanziellen Konditionen. Angeboten wurde ihm - wie schon in den vergangenen Jahren - ein Vertrag für ein weiteres Jahr.

Gleiches hört man von den Beratern von Julian De Guzman und Nsaliwa Tamadani. Auch dort liegen die Meinungen der Parteien über Vertragsinhalte offenbar noch ziemlich auseinander. Bei Marco Stark kommt das Problem hinzu, dass er nur vom 1. FC Kaiserslautern ausgeliehen ist.

Anatoli Muschinka und Raphael Susic würden gerne in Saarbrücken bleiben, doch dort liegen die Verhandlungen zurzeit offenbar auf Eis. Vor allem Susic scheint schlechte Karten für eine Vertragsverlängerung zu haben. Zu häufig hatte sich der Mittelfeldspieler mit Wadenproblemen verletzt gemeldet. "Wir haben Raphael zu den verschiedensten Ärzten geschickt", hatte Trainer-Berater Uwe Klimaschefski kürzlich erklärt, "aber keiner konnte etwas finden. Immerhin wird Raphael bald 34 Jahre alt. Da muss man sich das schon genau überlegen, ob es noch Sinn macht."

Einerseits hatte Trainer Tom Dooley nach dem 0:8 am vergangenen Samstag in Unterhaching angedeutet, dass es bis Saisonende Gespräche mit weiteren Spielern geben wird, andererseits wird sich das Präsidium nach Informationen unserer Zeitung am kommenden Freitag auch mit Christian Weber und dessen Beratern treffen, um über eine weitere Zusammenarbeit zu reden. FCS-Vizepräsident Klaus Meiser äußerte sich kürzlich recht zuversichtlich, dass der Verein mit Weber zu einer Einigung kommen könnte. Andererseits liegen dem aktuellen U-19-Nationalspieler wohl auch zahlreiche andere Angebote vor.

Apropos Weber. Christians Namensvetter und ehemaliger Trainer, Heribert Weber, hält sich derzeit in seiner österreichischen Heimat auf. Ob er dort Urlaub macht oder dem FCS den Rücken gekehrt hat, ist unklar. Auf der Geschäftsstelle des 1. FC Saarbrücken weiß zumindest niemand darüber Bescheid. Weber selbst macht trotz Nachfrage keinerlei Angaben dazu und verweist auf das Präsidium. Dort war gestern allerdings niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Zurück zur sportlichen Situation. Für das Ligaspiel gegen den VfL Bochum am kommenden Sonntag (15 Uhr im Ludwigspark) ist der FCS verzweifelt auf der Suche nach einem Torhüter. Peter Eich hat eine Entzündung in der Achillessehne. Und noch ist unklar, ob er rechtzeitig fit wird. Zumindest brachte die Kernspin-Tomografie am Montag die Erkenntnis, dass die Sehne nicht gerissen ist. "Falls es nicht klappt, muss Christoph eben wieder ran", meint Peter Eich. Doch Nachwuchs-Torwart Christoph Büchel ist ebenfalls verletzt. Gleiches gilt für den eigentlichen zweiten Torhüter Sven Scheuer. Schon gibt es Überlegungen, den ehemaligen FCS-Torhüter und heutigen Mediziner Roland Kuppig zu reaktivieren. Möglicherweise verpflichtet der 1. FC Saarbrücken für die letzten sieben Spiele noch einen Amateur-Torwart, der bei den Profis eingesetzt werden soll.

Für die kommende Saison hat Tom Dooley einen kompletten Schnitt angekündigt. Doch der Verein ist unter Zeitdruck. Um eine schlagkräftige Mannschaft für die dritte Liga auf die Beine zu stellen, muss der FCS schnell Nägel mit Köpfen machen. Handelt der 1. FC Saarbrücken zu spät, sind die besseren Spieler bereits weg. Vielleicht sollte sich der FCS auch mal im eigenen Verein umschauen. Der 20-Jährige Daniel Schommer von den eigenen Amateuren absolvierte am vergangenen Montag ein Probetraining beim Zweitliga-Dritten Greuther Fürth. Völlig unklar ist auch, ob erfahrene Spieler wie Karsten Hutwelker oder Hannes Reinmayr gehalten werden sollen. Führungsspieler wird der FCS brauchen, und die wachsen auch nicht auf Bäumen. Klar ist nur: Norbert Hofmann wird in der Regionalliga nicht mehr für den FCS spielen.

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Mainz will Spielverlegung

Der Terminkalender für die 2. Bundesliga sorgt beim FSV Mainz 05 für Unmut. Die Mainzer müssen am 28.03.(Gründonnerstag) gegen den 1.FC Saarbrücken und am 15.04 im
Spitzenspiel gegen Arminia Bielefeld ohne die beiden etatmäßigen Stürmer Blaise N’kufo (10 Saisontreffer) und Andrij Voronin (7 Saisontreffer) antreten. Beide wurden zu Länderspielen Ihrer Nationalmannschaften abgerufen und müssen nach FIFA-Reglement abgestellt werden.

“Dies ist nur dadurch möglich, dass die Spieltermine in einer FIFA-Abstellperiode liegen. Dies ist uns schon beim Spiel gegen Hannover 96 (0:2) passiert, als wir ebenfalls ohne Blaise Nkufo antreten mussten, da er von der Schweiz zu einem Länderspiel nominiert wurde. Die DFL hat die Pflicht für einen sportlichen Wettbewerb in den Ligen zu sorgen und muss dem auch bei möglichen Wünschen des Fernsehens Rechnung tragen. Sollten Meisterschaftsspiele in eine FIFA-Abstellperiode fallen, die normalerweise vom Spielbetieb freizuhalten sind, muss die DFL dafür Sorge tragen, dass Ansetzungen mit Vereinen vorgenommen werden, die keine Nationalspieler beschäftigen. Wir haben frühzeitig eine Spielverlegung beantragt, die von der DFL abgelehnt wurde, da keine Tauschpartie gefunden werden konnte", erläutert 05-Manager Christian Heidel die Kritik der Mainzer.

Und weiter: „Uns geht es nicht um die Montagsspiele im generellen, sondern einzig um die Spiele die in eine FIFA-Abstellperiode fallen. Hier entsteht ein klarer Nachteil für den 1.FSV Mainz 05, den wir so nicht hinnehmen können."

Heidel will nun gemäß der Spielordnung des Ligaverbandes (SpOL) Beschwerde bei der DFL einlegen um doch noch eine Spielverlegung zu erreichen.

FCS-Trainer Tom Dooley wirft Manfred Bender aus der Mannschaft

Chaos beim Fußball-Zweitligisten nach dem 0:8-Debakel in Unterhaching - Maximal vier Spieler sollen bleiben

- Von JÖRG HEINZE -

Saarbrücken. Wer geglaubt hatte, beim Noch-Fußball-Zweitligisten 1. FC Saarbrücken könne es in dieser Saison nicht mehr schlimmer werden, wurde am Samstag wieder einmal eines Besseren belehrt. Eine 0:8-Klatsche in Unterhaching - der vorläufige Tiefpunkt ist erreicht. Gestern trommelte FCS-Trainer Tom Dooley seine Spieler zusammen und wollte von ihnen wissen, was eigentlich in ihren Köpfen vorgegangen sei. Eine Antwort bekam er freilich nicht.

Dafür hatte Dooley umso mehr zu sagen. "Ich habe Manfred Bender gesagt, dass er keine Rolle mehr spielt. Es ist egal, ob er bis Saisonende noch kommt oder nicht. Sein Verhalten ist vollkommen unprofessionell." Was war passiert? Dooley: "Ich habe in der Halbzeit gesagt, Manfred solle sich warmlaufen. Erst hat er mich mit einem bösen Blick gestraft, dann sein Tape auf den Platz geworfen und schließlich mit dem Ellenbogen gegen die Überdachung der Bank gehauen. Daraufhin habe ich zu ihm gesagt, wenn er keinen Bock habe, solle er sich wieder hinsetzen. Er hat sich umgedreht und hingesetzt." Manfred Benders Version klingt jedoch anders: "Wir haben einen Trainer, der offenbar nicht weiß, dass man nur dreimal wechseln darf. Er hat zu Muschinka gesagt: Mach dich warm, Du kommst gleich rein. Dann hat er mich auch zum Warmmachen geschickt. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon zwei Mal gewechselt. Warum soll ich mich warmmachen, wenn ohnehin Muschi rein soll?" Bender weiter: "Ich habe sogar noch darauf hingewiesen, damit sich der Verein nicht endgültig zur Lachnummer macht, und zum Dank werde ich suspendiert." Wie auch immer. Beide scheinen wohl nicht mehr zusammen zu kommen.

Tom Dooley hatte gestern Vormittag allerdings noch mehr zu sagen: "Ich habe meinen Spielern mitgeteilt, dass in der Geschäftsstelle nur drei oder vier Verträge liegen, die kurz vor dem Abschluss stehen. Mit diesen Spielern planen wir weiter. Alle anderen können ihre Berater informieren und sie damit beauftragen, neue Vereine für sie zu suchen." Am Freitag hatte FCS-Vizepräsident Klaus Meiser noch neun Spieler aufgezählt und weitere, mit denen man sich zumindest unterhalten wolle. Dooley: "Am Samstag haben die Jungen gespielt. Die, von denen man eigentlich erwartet, dass sie wollen. Doch nach solch einem Spiel muss ich mich fragen, ob sie überhaupt die Qualität haben, um mit ihnen weiter zu planen." Weitere Gespräche werden - wenn überhaupt - erst am Saisonende geführt. "Danach wird's den großen Schnitt geben", kündigt Trainer Tom Dooley an.

Die Lizenz: Wer zittern muss

K omplett sorgenfreie Zweitligisten sind mit Blick auf die Finanzen eine Rarität - Hannover geht es gut, einige haben eine solide finanzielle Basis (Greuther Fürth, Mainz), Bielefeld ist für beide Bundesligen gerüstet, und bei Klubs wie Union, Ahlen, Duisburg und RWO gibt es keinen Grund zu großer Sorge. Auch Babelsberg müsste im Falle des - unwahrscheinlichen - Ligaverbleibs wohl nicht um die Lizenz zittern. Saarbrücken hätte vor allem beim Nicht-Abstieg mit Auflagen zu rechnen. Nicht vergessen werden darf: Alle hängen am Tropf vom schwankenden TV-Giganten Kirch.

Doch auch mit dessen Geldern müssen folgende Teams nach Einreichung der Lizenzierungs-Unterlagen (bis 15. März, 24 Uhr) aus verschiedenen Gründen zittern - oder arge Finanz-Probleme lösen:

EINTRACHT FRANKFURT: Für die kommende Zweitliga-Saison wird der Etat auf 12,5 Millionen Euro halbiert. Die Lizenz soll durch den Verkauf von 15 Prozent der Anteile der Fußball AG für 7,5 Millionen Euro an einen neuen Investor sowie durch Transfererlöse (Preuß, Kryszalowicz) sichergestellt werden. Gerade dieser wichtige Vertrag mit dem noch unbekannten Investor ist jedoch noch nicht unterschrieben - und das ist der Knackpunkt. Mit 50 Prozent dieser Erlöse müssen gemäß des Darlehensvertrags auch Teile des "Octagon"-Kredits über 3,8 Millionen Euro getilgt werden. Und: 2002/03 sinken die Fernseheinnahmen für die Eintracht wegen der Dreijahres-Wertung um rund zwei auf "nur" noch fünf Millionen Euro.

KARLSRUHER SC: Das Ex-Präsidium hat Horrorschulden hinterlassen - über fünf Millionen Euro! Die Kassen waren komplett leer! Notvorstand Prof. Gerhard Seiler beschaffte in Kürze 2,5 Millionen Euro. Doch noch ist die Lizenz nicht gesichert. Allein bis zum Saisonende muss noch eine Million Euro aufgebracht werden. Der KSC musste bereits in dieser Saison wegen der Kapitalprobleme Quartalsberichte vorlegen.

SSV REUTLINGEN: Da ein Defizit vorhanden ist, müsste der Verein in seinem Etat-Entwurf mit einem Überschuss planen. Das dürfte nicht machbar sein. Ansonsten benötigt der SSV eine Bürgschaft - und die dürfte nur schwer zu erhalten sein. Die Baustein- und Spendenaktion, von der sich der SSV eine halbe Million Euro erhofft hatte, brachte bislang nur 200 000 Euro ein. In den nächsten Wochen sollen gezielt Reutlinger Firmen angeschrieben und angesprochen werden. Die Lizenzerteilung ist gefährdet.

WALDHOF MANNHEIM: Wenn Partner Sportwelt die letzte Saisonrate nicht zahlt, fehlen dem SV Waldhof am Saisonende 970 000 Euro. Das führt laut Präsident Wilfried Gaul zu einem Liquiditäts-Engpass im Sommer. Das Vorhaben, Spieler in der Winterpause abzugeben, wurde nicht umgesetzt. Die Zuschauerzahlen sind rückläufig. Der Etat für die nächste Saison muss gewaltig abgespeckt werden. Positiv: Mit Kinowelt-Boss Kölmel fand Präsident Gaul einen Weg, dass Waldhof die Mehrheitsverhältnisse in der Sportwerbegesellschaft hat. Auflage: Das Negativkapital darf sich nicht erhöhen.

VfL BOCHUM: Bei einer Rückkehr in die Bundesliga dürfte der Lizenzerteilung nichts im Wege stehen, bei einem weiteren Jahr in der Zweitklassigkeit würde aber ein erneuter Kraftakt bevorstehen. Es würden rund 10 Millionen Euro fehlen, so dass wohl ein (oder sogar mehrere) Spieler verkauft werden müssten. Im letzten Jahr war es Bastürk, in diesem könnte es Freier (oder auch Buckley und Schindzielorz) sein. Weiteres Problem: Es fehlt noch ein Hauptsponsor. Es gibt zwei Kandidaten - aber nur im Aufstiegsfall.

1. FC SCHWEINFURT 05: Die Auflage, die Verschuldung zum Jahresende 2001 nicht anwachsen zu lassen (2000: 396 000 Euro), wird der FC Schweinfurt 05 zwar knapp verfehlen, dürfte mit einer Ermahnung davon kommen. Bis zum 30. Juni 2002 will der Verein einen kleinen Gewinn erwirtschaften. Beantragt wird auch die Lizenz für die Regionalliga, mit abgespecktem Etat (maximal 1,5 Millionen Euro statt bisher 4,6 Millionen Euro).

ALEMANNIA AACHEN: Bis Freitag müssen 150 000 Euro aufgebracht werden, um die Auflage, den Schuldenstand nicht über 1,35 Millionen Euro wachsen zu lassen, zu erfüllen. Die Lizenz dürfte nicht gefährdet sein. Unsicher ist der Klub in puncto "Koffer-Affäre" - sollten keine lizenzierten Spielervermittler bei den Transfers von Rudan und Lozanovski mitgewirkt haben, drohen Geldstrafen.

SpVgg UNTERHACHING: Der Verein schreibt schwarze Zahlen, allerdings könnte es in der kommenden Saison Engpässe geben: "ce consumer" zahlte 1,5 Millionen Euro für diese Saison, ein Nachfolger in dieser Größenordnung ist noch nicht in Sicht.

Die "Jungen Wilden" des FCS gewinnen gegen Aachen

Zwei Tore von Tamas Koltai beim 2:1-Sieg - Trainer Tom Dooley: "Mannschaft hat gezeigt, dass sie Fußball spielen kann"

- Von JÖRG HEINZE -

Saarbrücken. "Der Jugend eine Chance" - nach diesem Motto schickte Tom Dooley, der Trainer des 1. FC Saarbrücken, am Sonntag eine ganz junge Mannschaft im Zweitligaspiel gegen Alemannia Aachen auf den Platz. Gleich sechs FCS-Spieler, die jünger als 24 Jahre sind, durften von Beginn an auflaufen. Und die "Jungen Wilden" dankten es ihrem Trainer, zeigten beim 2:1-Sieg vor allem in der ersten Halbzeit vor 2800 Zuschauern beherzten und engagierten Fußball.

Gegen eine schwache Aachener Mannschaft hatte Stephen Musa, bester Akteur des Spieles, die erste FCS-Chance. Aber sein spektakulärer Seitfall-Zieher landete nur am linken Pfosten (16.). Besser machte es zwei Minuten später Tamas Koltai. Nach einem langen Pass von Tamandani Nsaliwa überlupfte er den aus seinem Tor stürzenden Ex-Saarbrücker Stephan Straub. Der Ball landete erst an der Torlatte, doch Koltai hatte nachgesetzt und schob sicher ein.

Das junge FCS-Team überzeugte in der Folge durch seinen kämpferischen Einsatz und durch schöne Spielzüge. Nur Tore fielen vor der Pause nicht mehr.

Ein Fehler des Aachener Torwarts Straub begünstigte dann den zweiten FCS-Treffer: Nach einem Freistoß von Musa faustete Straub am Ball vorbei. Das Leder fiel auf den Kopf von Koltai und trudelte über die Torlinie (52.).

Aber Aachen kam noch einmal ins Spiel zurück. Der ehemalige FCS-Spieler Olivier Caillas flankte von der linken Seite, Josef Ivanovic hielt den Kopf hin - nur noch 2:1 (54.). Dabei blieb es auch bis zum Schluss, obwohl beide Mannschaften noch hochkarätige Chancen hatten.

"Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr zufrieden", sagte FCS-Trainer Tom Dooley. "Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie Fußball spielen kann. Die zweite Halbzeit müssen wir schnell abhaken, das hatte nur wenig mit Fußball zu tun. Vor allem an der Chancenauswertung müssen wir noch arbeiten. Aber egal, die Hauptsache ist, dass wir drei Punkte geholt haben."

Peter Eich, das "ärmste Schwein" des 1. FC Saarbrücken

Der Schlussmann des Zweitliga-Schlusslichtes ist der einzige Spieler, der die Bezeichnung Profi verdient

- Von JÖRG HEINZE -

Saarbrücken. 50 Gegentore hat der Fußball-Zweitligist 1. FC Saarbrücken in dieser Saison in 25 Spielen bereits kassiert - das sind zwei pro Spiel. Nur Ahlen (52) und Babelsberg (62) mussten den Ball bislang noch häufiger aus dem eigenen Netz holen. Dass der 1. FC Saarbrücken noch nicht längst zur größten Schießbude der zweiten Liga geworden ist, verdankt der FCS in erster Linie Peter Eich.

Trotz seiner 38 Jahre gehört er zu den besten Torhütern der zweiten Liga. Beim Training ist er stets als einer der ersten auf dem Platz. Wenn die ersten seiner Mitspieler hinterher schon geduscht und gefönt aus der Kabine kommen, liegt er häufig noch auf einer Matte im Kabinengang und macht Kraftübungen. "Peter ist unglaublich", schwärmt auch FCS-Trainer Tom Dooley. "Wenn am Tag nach einem Spiel diejenigen normal trainieren, die am Tag zuvor nicht gespielt haben, ist Peter immer dabei. Wenn du dann zu ihm sagst: Peter, ruh dich doch mal aus. Mach mal Pause, leg dich in die Sauna oder ins Entmüdungsbecken, schüttelt er nur den Kopf und hechtet durch seinen Fünfmeterraum. Der braucht das einfach."

Der Schlussmann der Blau-Schwarzen ist Profi durch und durch - ein absolutes Vorbild für die Jugend. Und gleichzeitig das "ärmste Schwein" des 1. FCS. Hätten alle seine Mitspieler auch nur annähernd Eichs Einstellung - der FCS würde heute sicher nicht am Tabellenende stehen. "Klar ist es frustrierend, in jedem Spiel mit dem Rücken an der Wand zu stehen", macht er aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. "Man muss aber auch mal hinterfragen, warum und weshalb das so ist. Wir sehen jetzt das Resultat dessen, was im Sommer versaubeutelt worden ist." Eich spricht damit vor allem die Einkaufspolitik vor der Saison an. "Hier wurde so viel Geld aus dem Fenster geschmissen, anstatt kontinuierlich weiterzumachen. Hier wurde völlig blauäugig geplant. Und jetzt fängst du wieder einmal bei Null an", sagt Peter Eich.

Zwar gibt Eich selbst in jedem Spiel hundert Prozent, an ein Wunder, den Nichtabstieg, glaubt auch er nicht mehr. "Nach den ersten zwei, drei Spielen nach der Winterpause hatte ich noch Hoffnung. Aber wie es im Moment aussieht, sind wir nicht besser. Wir stehen nicht umsonst ganz unten. Wir haben fast 39 Leute, aber qualitativ reicht es trotzdem nicht. Das sollte einem zu denken geben."

Deshalb denkt auch Peter Eich über seine Zukunft nach. Für einen 38-Jährigen eigentlich nichts Ungewöhnliches, doch auf diesem Niveau könnte der Muster-Profi noch zwei, drei Jahre zweite Liga spielen. Grundsätzlich würde er gerne in Saarbrücken bleiben. Auch in der Regionalliga. "Ich würde schon gerne mithelfen, dass der Verein wieder nach oben kommt. Ich habe auch mit fast 39 Jahren noch genügend Ehrgeiz und bin erfolgsorientiert." Doch zuvor müssten einige Dinge geklärt werden. Der Stachel der Enttäuschung sitzt tief bei ihm, denn im Zweikampf mit Sven Scheuer fühlte sich Peter Eich lange Zeit nicht fair behandelt. "Ich wurde frühzeitig in Frage gestellt, obwohl ich in der vergangenen Saison sehr gute Leistungen geboten hatte. Das war damals für mich schon nicht nachvollziehbar." Wäre Tom Dooley nicht Trainer geworden, Peter Eich hätte auch in der Rückrunde wohl kaum eine Chance bekommen. Denn auch im Trainingslager in Portugal war er trotz überzeugender Leistungen nur zweiter Mann.

Und deshalb stellt Eich klar: "Ich werde das nicht einfach hinnehmen und sicher im Gespräch mit dem Präsidium das ein oder andere Wort sagen. Auch was die Gesamtsituation angeht."

Der Verein möchte Peter Eich in jedem Falle halten - vor allem Trainer Tom Dooley, der schon nach wenigen Tagen erkannt hat, was er an Peter Eich hat. Auch an eine langfristige Zusammenarbeit nach seiner Karriere ist gedacht. "Das Interesse ist da, auch wenn wir noch nicht konkret darüber gesprochen haben", sagt Eich. "Der FCS ist mein erster Ansprechpartner, wir liegen auch nicht weit auseinander. Aber es gibt auch andere Angebote." Torwart-Trainer Heinz Böhmann macht sich ebenfalls dafür stark, Peter Eich über dessen Karriere hinaus an den Verein zu binden und würde für Eich sofort seinen Posten räumen. Und Eich gibt das Kompliment sofort zurück: "Dass ich solch gute Leistungen bringe, habe ich zum großen Teil Heinz Böhmann zu verdanken. Für mich unbegreiflich, dass er in Frage gestellt wurde. Selbst heute mit 38 Jahren kann ich noch einiges von ihm lernen."

Breitkreutz muss weiter laufen

Gericht lehnt Wiederaufnahme des Trainings beim FCS ab

Saarbrücken (hei). Kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres hatte Matthias Breitkreutz vom Fußball-Zweitligisten 1. FC Saarbrücken die fristlose Kündigung bekommen. Der FCS begründete die Kündigung damit, dass der 30-jährige Mittelfeldspieler nicht die nötige Arbeitsbereitschaft mitbringe. Das wollte Breitkreutz nicht hinnehmen und klagte gegen den Saarbrücker Fußball-Verein.

Am Dienstag fand eine erste Verhandlung statt, bei der Breitkreutz seine Wiederaufnahme im Training erreichen wollte. Der FCS war dagegen. "Bislang ist nichts rausgekommen", erzählt Matthias Breitkreutz frustriert. "Der Richter hat einen Kompromiss-Vorschlag gemacht, nach dem ich erstmal bei den FCS- Amateuren mittrainieren soll."

Dieser Vorschlag des Richters ist nicht verwunderlich, denn die eigentliche Hauptverhandlung steht erst Anfang April an. Dort geht es dann darum, ob die Kündigung überhaupt rechtens war und damit auch um viel Geld, denn seit seiner Kündigung ist Matthias Breitkreutz arbeitslos gemeldet. Hätte der Richter dem 30-Jährigen jetzt die Teilnahme am Training der Profis erlaubt, wäre dies schon eine deutliche Aussage dahingehend, dass die Kündigung tatsächlich nicht rechtens gewesen wäre. Somit muss sich Breitkreutz wohl bis Anfang April weiter mit täglichen Waldläufen fithalten.

Dooley trotz Niederlage zufrieden

FCS-Sturmflaute hält an - Reinmayr und Hutwelker verletzt

Saarbrücken (hei). Den "Deppen-Rekord" von 954 Minuten ohne Tor ist der 1. FC Saarbrücken seit vergangenen Samstag los. Dem 1. FC Köln sei Dank. Doch schaut man sich die derzeitige Torflaute des FCS an, so beschleichen einen Befürchtungen, dass der Fußball-Zweitligist an einem neuen Rekord-Anlauf arbeitet. Das letzte Tor der Blau-Schwarzen liegt auch schon fünf Spiele zurück - genauer gesagt 366 Minuten. Gefallen am 5. Februar beim 2:2 in Frankfurt. Und es besteht wenig Hoffnung, dass sich an dieser Torflaute etwas ändert. "Vor dem Tor fehlt uns einfach die Cleverness und das nötige Durchsetzungs-Vermögen", bemängelt FCS-Trainer Tom Dooley. "Zurzeit kannst du wirklich nur darauf hoffen, dass mal einer vor dem Tor angeschossen wird, und der Ball reingeht."

Dabei war der Saarbrücker Trainer trotz des 0:3 bei Union Berlin am vergangenen Freitag durchaus zufrieden. Lange Zeit hatten seine Jungs gut mitgehalten - und vor allem gekämpft. 13 Spieler hatten sich zuvor krank oder verletzt gemeldet, so dass sich die Mannschaft ohnehin fast von allein aufstellte. Doch Dooley macht klar: "Diejenigen, die am Freitag auf dem Platz standen, hätten ohnehin gespielt. Egal, ob die anderen fit gewesen wären oder nicht. Diese Mannschaft wird auch am kommenden Wochenende gegen Aachen spielen." Dann werden wohl auch Julian De Guzman und Stephen Musa ihre Chance von Beginn an bekommen, denn am vergangenen Freitag mussten auch Hannes Reinmayr (Tritt in die Achillessehne) und Karsten Hutwelker (Zerrung) verletzt raus.

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Mit einem klaren 3:0 (0:0)-Erfolg über den 1. FC Saarbrücken hat der 1. FC Union Berlin nachdrücklich seine heimlichen Aufstiegsambitionen unterstrichen. Wie in vielen Spielen zuvor benötigte der Aufsteiger einen langen Anlauf, bevor der erste Treffer den Bann vor 7.151 Zuschauern in der Alten Försterei brach.

Lange Zeit war nicht zu erkennen, welche Mannschaft verzweifelt gegen den Abstieg spielt und welche im oberen Tabellenmittelfeld rangiert. In den ersten 30 Minuten hatte Saarbrücken mehr Ballkontakte und kam bereits nach fünf Minuten zur ersten Chance. Karsten Hutwelker zog aus 20 Metern ab, Sven Beuckert lenkte den Ball mit Mühe um den Pfosten. Wie dem Gast, so fehlte auch dem Gastgeber die nötige Präzision, um ernsthaft für Torgefahr zu sorgen. Einzig Hristo Koilovs Schuss, der in der 29. Minute völlig frei den Rücken des sich wegdrehenden Torstehers Peter Eich traf, ist als Chance zu bezeichnen. Diese Aktion war zugleich der 'Muntermacher' - denn nach dieser Möglichkeit rissen die Gastgeber das Geschehen zunehmend an sich.

Sie brauchten jedoch acht Minuten in der zweiten Halbzeit und Edel-Joker Harun Isa, dessen verunglückte Flanke sich knapp 60 Sekunden nach seiner Einwechslung hinter Schlussmann Eich ins Tor senkte. Danach spielten fast nur noch die Rot-Weißen, die nun immer mehr Lücken in der Saarbrücker Abwehr entdeckten. Torjäger Sreto Ristic war es vorbehalten, in der 77. Minute nach einer Brustablage von Petar Divic Eich zum 2:0 zu tunneln. Den dritten Treffer erzielte mit Chibuike Okeke ebenfalls ein Ergänzungsspieler (80.). So wurde das Spiel nach einem furchterregenden Beginn noch zu einer klaren Angelegenheit für die Gastgeber, während Saarbrücken zumindest in der ersten Halbzeit fußballerisches Können präsentierte, jedoch auch im vierten Spiel hintereinander ohne Torerfolg blieb.

 

Im Gegensatz zum 1:0-Sieg bei Schweinfurt 05 setzte Union-Trainer Georgi Wassilev auf eine offensivere Variante und brachte mit Durkovic einen dritten Angreifer, Ernemann blieb nur der Platz auf der Bank. Aber auch die Gäste von der Saar machten deutlich, dass sie den allerletzten Strohhalm ergreifen wollten und griffen mit drei Stürmern an.

In den ersten 45 Minuten war in der „Alten Försterei“ nicht zu erkennen, welches der beiden Teams gegen den Abstieg kämpft und wer sich noch berechtigte Chancen auf den Aufstieg machen darf. Der FCS gestaltete die Partie offen und hatte gegen die unmotiviert wirkenden Hauptstädter sogar die besseren Möglichkeiten, doch Zählbares sprang bei den Bemühungen nicht heraus.

Union kam erst in der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit etwas in Schwung, doch außer einer Chance durch Koilov (29.), der FC-Keeper Eich an den Rücken schoss, brachten auch die „Eisernen“ nichts zu Stande.

Nach dem Seitenwechsel fand Union endlich ins Spiel und erhöhte den Druck. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Der eingewechselte Isa erzielte in der 55. Minute das 1:0 für den Pokalfinalisten der letzten Saison.

Die Führung gab Union Sicherheit und entmutigte die Saarländer. Berlin war fortan die bestimmende Mannschaft, der FCS konnte nicht mehr an die gute Leistung der ersten Hälfte anknüpfen. Folgerichtig fielen die Tore auf Seiten der „Eisernen“: Torjäger Ristic erhöhte sein Torkonto in der 77. Minute auf zwölf Treffer, der eingewechselte Okeke traf nach 81 Minuten zum 3:0.

Saarbrücken wehrte sich in der ersten Hälfte tapfer, konnte im zweiten Abschnitt gegen sich steigernde Berliner aber nichts mehr zusetzen.

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Der 1. FC Union Berlin geht als klarer Favorit ins Duell mit dem 1. FC Saarbrücken. Erstens haben die Saarländer zuletzt desolat gespielt, zweitens konnte in der 2. Liga bisher nur Hannover 96 mehr Heimsiege verbuchen als die Eisernen.

Die Berliner sind zudem hervorragend aus der Winterpause gekommen. Fünf Siege und ein Remis stehen zu Buche. Deshalb liebäugelt man an der Wuhlheide inzwischen sogar wieder mit dem Aufstieg. Zwar beträgt der Rückstand auf Platz drei sechs Punkte, trotzdem beantragten die Köpenicker sicherheitshalber eine Lizenz für die Bundesliga.

Personell kann Trainer Georgi Wassilev aus dem Vollen schöpfen. Anlass zu großen Veränderungen gibt es nach den jüngsten Erfolgen aber nicht. Nur auf der linken Außenbahn könnte Jiri Balcarek in die Anfangsformation rutschen. Cristian Fiel hat auf dieser Position zuletzt nicht überzeugt.

Der Coach des 1. FC Saarbrücken, Tom Dooley, hat sich bereits mit dem Abstieg abgefunden. Er traut seiner Mannschaft nicht mehr zu, die zwölf Punkte bis zum rettenden Ufer aufzuholen. Die zuletzt gezeigten Leistungen geben Dooley recht. Beim 0:5 in Duisburg sowie beim 0:3 gegen die SpVgg Greuther Fürth war der FCS ohne Chance. Nicht nur am Spielvermögen, sondern auch an kämpferischer Einstellung hat es gemangelt.

Von den Langzeitverletzten der Saarländer wird am Freitag keiner zurückkehren. Speziell in der Offensive fehlt es dadurch an Durchschlagskraft. Hinzu kommt, dass sich nach der Pleite gegen Fürth mit Adiele Echendu, Raphael Susic und Thomas Winkelhofer auch noch einige Verteidiger krank gemeldet haben..

Bisher gab es zwischen Union Berlin und dem 1. FC Saarbrücken noch keine Partie an der Alten Försterei. Das Hinspiel in Saarbrücken gewannen die Berliner mit 3:2.

Ferners Dilemma mit dem 1. FCS

Aufstieg anpeilen oder Spieler fördern? - Vor dem Spiel gegen Hasborn muss der Amateur-Trainer nur zwei Jungs abgeben

- Von MICHAEL KIPP -

Saarbrücken. Ein Dilemma (griech.: zweigliedrige Annahme) ist eine schwierige oder ausweglose Situation. So schreibt es das philosophische Lexikon. Ein Mensch der - wie es so schön heißt - in einem Dilemma steckt, der steht vor zwei Wahlmöglichkeiten, von denen er eine ergreifen muss. Das Problem daran ist, dass beide Möglichkeiten zu einem unerwünschten Ergebnis führen.

Dieter Ferner steckt als Trainer der zweiten Mannschaft des 1. FC Saarbrücken genau genommen in einem ständigen Dilemma. Auf der einen Seite möchte er mit seiner jungen Mannschaft von der Fußball-Verbandsliga in die Oberliga aufsteigen, auf der anderen Seite möchte er so viele Spieler wie möglich an die erste Mannschaft heranführen, ihnen die Möglichkeit geben, im Profigeschäft Fuß zu fassen. "Wenn ständig die besten Spieler nach oben gehen", sagt Ferner, "ist es für meine Mannschaft allerdings doppelt so schwer, erfolgreich zu spielen."

Der Balance-Akt zwischen den beiden Zielen gelang dem Trainer dieses Jahr bisher sehr gut. Seine Mannschaft steht auf dem zweiten Tabellenplatz und ist auf Tuchfühlung mit Spitzenreiter SV Röchling Völklingen. Lediglich zwei Punkte beträgt der Rückstand. Zudem sind aus seiner Mannschaft Spieler wie Pierre Halle, Christian Weber und zuletzt Tamandani Nsaliwa des Öfteren die einzigen Lichtblicke im tristen Zweitliga-Alltag der Profis. Sie sind sogar so gut, dass Profi-Trainer Tom Dooley vergangenen Freitag nach der 0:3-Niederlage gegen Greuther Fürth bereits ankündigte, in Zukunft verstärkt auf Ferners Verbandsligaspieler zu setzen. Ganz nach dem Motto: "Die wollen wenigstens."

Ferners Dilemma geht also weiter und ausgerechnet vor dem Spitzenspiel am Samstag gegen den Tabellendritten Rot-Weiß Hasborn im heimischen Sportfeld (15.30 Uhr) scheint es noch schlimmer zu werden. "Ich werde wohl erst am Donnerstag erfahren, wer mit den Profis zum Auswärtsspiel nach Berlin fliegen wird", seufzt Ferner. Gestern erklärte Tom Dooley allerdings, dass er für das Spiel in Berlin nur Tamadani Nsaliwa und Julian De Guzman mitnehmen werde. "In der kommenden Woche soll aber noch der ein oder andere aus dem Verbandsliga-Team bei uns mittrainieren", sagt Dooley.

Bernd Rohrbacher, dem Trainer von Rot-Weiß Hasborn, ist das im Grunde egal: "Mir wäre es sogar Recht, wenn der FCS mit seiner besten Formation auflaufen würde. Wenn wir dann gewinnen, gäbe es keine Ausreden mehr." Und Hasborn würde sich in der Tabelle am FCS vorbei schieben. Und das obwohl Rohrbacher der Meinung ist, "dass wir von den drei Spitzenteams wohl den schwächsten Kader haben." Dazu kommt noch, dass der Trainer mit Björn Tarillon seinen gefährlichsten Stürmer in der Winterpause abgeben musste. Tarillon traf in der Vorrunde gleich 27 Mal. So oft, dass er jetzt bei den Profis in Saarbrücken mitspielen darf. "Bisher haben wir den Abgang von Björn gut verkraftet", meint Rohrbacher, "in den ersten beiden Spielen haben wir auch ohne ihn neun Tore geschossen. Uns zeichnet besonders der Zusammenhalt aus. Die Jungs können kämpfen und rennen. Wenn sie das auch am Samstag machen, gewinnen wir." Und dann wäre Ferners Dilemma wieder etwas größer.

Hach: "Zu viele Träumer am Werk"

Ex-Saarbrücker steuert mit Greuther Fürth in die erste Liga - Für seinen ehemaligen Klub hat er wenig positive Worte übrig

- Von JÖRG HEINZE -

Saarbrücken. Dass der Trainer des Gegners nach dem Schlusspfiff von den Saarbrücker Fans gefeiert wird, kommt sicher auch nicht alle Tage vor. Doch Eugen Hach hat eben immer noch einen ganz besonderen Ruf in Saarbrücken, schließlich stand er in seiner Zeit als Aktiver im Dress der Blau-Schwarzen für die Tugenden "unbedingter Einsatzwille" und "Kampf bis zum Umfallen".

Etwas, was man bei den Gehalts-Empfängern (der Begriff Fußballspieler ist für viele nicht angebracht) heute beim Noch-Fußball-Zweitligisten 1. FC Saarbrücken meist vergeblich sucht. Auch die Bezeichnung "ungeordneter Hühnerhaufen" wäre schmeichelhaft, denn selbst bei diesen Tierchen herrscht wohl mehr Ordnung als derzeit beim FCS auf dem Rasen. Trainer Tom Dooley hatte vor dem 0:3 gegen Greuther Fürth am vergangenen Freitag an die Ehre seiner Angestellten appelliert, doch offenbar hatten die meisten in der Umkleide-Kabine die Ohren auf Durchzug gestellt.

Auch die Ansage, dass Platz 15 ja auch im Hinblick darauf interessant sein könnte, dass zum Beispiel Karlsruhe oder auch andere Teams Lizenzprobleme bekommen könnten, kam bei den Saarbrücker Trikot-Trägern offenbar nicht an. "Das ist für mich unbegreiflich", schüttelte Tom Dooley am späten Freitagabend wieder einmal den Kopf.

Mit Anstand solle sich der 1. FC Saarbrücken aus der zweiten Liga verabschieden, hatte Dooley gefordert. Offenbar hatten viele die erste Silbe nicht gehört, sondern nur "Stand" verstanden. Wie sonst ist es zu erklären, dass die Mannschaft am Freitag über weite Strecken nur Stand-Fußball praktizierte? Wie so oft war es Peter Eich zu verdanken, dass es kein 0:6 gab oder die Niederlage noch höher ausfiel. Bezeichnend war auch, dass neben Eich der Verbandsliga-Spieler Nsaliwa der einzige Lichtblick war.

Ganz anders die Elf von Trainer Eugen Hach. Die Fürther kombinierten nach Belieben und hatte selbst in der zweiten Halbzeit, als die "Kleeblätter" zwei Gänge zurück schalteten, noch vier, fünf gute Chancen. Greuther Fürth hat einen Lauf. Sieben Spiele in der Rückrunde, sieben Siege. Eugen Hach hat aus einer durchschnittlichen Mannschaft einen heißen Aufstiegskandidaten geformt. Kein Wunder, dass der 41-Jährige zufrieden ist: "Die Mannschaft ist in einer Verfassung, dass sie wirklich jedes Spiel gewinnen will. Sie ist diszipliniert in der Ordnung und zieht unser System bis zum Schluss durch. Egal, wie es steht."

Wenn Hach dagegen auf die Situation des 1. FC Saarbrücken schaut, blutet ihm ein wenig das Herz: "Das tut schon weh, wenn man sich den FCS anschaut. Endlich hat der Verein die Entscheidung getroffen, einen Trainer wie Tom Dooley zu holen. Jemand, der wirklich etwas aufbauen will. Allerdings kann man nur hoffen, dass er auch die Zeit bekommt, damit seine Pläne greifen können." Auch Eugen Hachs Name wurde immer wieder als Trainer in Saarbrücken gespielt. Doch so manch einer der Entscheidungsträger im Verein wollte den Querdenker nicht haben. Warum? "Vielleicht hatten einige Leute Angst, dass plötzlich jemand kommt, der sagt, was Sache ist und was hier wirklich passiert", sagt Hach mit süffisantem Unterton. "Man darf ja Träume haben, doch man sollte kein Träumer sein. Und hier in Saarbrücken sind seit langem zu viele Träumer am Werk."

Deshalb gab es auch nie ein konkretes Angebot für Hach. "Es stimmt schon, dass mich immer wieder Leute aus dem Umfeld des FCS angesprochen haben, aber von den Verantwortlichen niemand." Doch Hach dürfte ohnehin froh sein, dass er nach seiner Entlassung in Aachen bei Greuther Fürth einen neuen Job gefunden hat. Der Aufstieg ist für die "Kleeblätter" längst in greifbare Nähe gerückt. Dass sich seine Jungs auf den sieben Erfolgen in Serie ausruhen, ist kaum zu befürchten. Seit Jahren wollen die Franken in Liga eins, jetzt endlich haben sie die Chance. "Außerdem", sagt Hach, "haben die Jungs einen Trainer, der schon zu verhindern weiß, dass einige abheben." Sollte Eugen Hach aufsteigen, wäre wenigstens ein Saarbrücker in der kommenden Saison in der ersten Liga.

Dooley beendet Kapitel zweite Liga

Saarbrücken (hei). Der 1. FC Saarbrücken ist abgestiegen. Auch wenn der Fußball-Zweitligist rein rechnerisch noch die Chance hat, in der Liga zu bleiben, ist der Zug seit Sonntag endgültig abgefahren. Trainer Tom Dooley war nach der 0:5-Klatsche beim MSV Duisburg "maßlos entäuscht" von seiner Mannschaft, die am Sonntag keine war. "Mit der Leistung von Duisburg könnten wir nicht mal in der Regionalliga bestehen. Meine Spieler haben gezeigt, dass sie sich schon aufgegeben haben. Duisburg hat uns eine Lehrstunde in Sachen Fußball mit Herz erteilt. Ab heute beginnt die Planung für die Regionalliga", beendete Dooley das Kapitel zweite Fußball-Bundesliga. Der Trainer: "Wir werden sofort anfangen, Gespräche zu führen um zu sehen, wer bereit ist, einen Neuanfang in der Regionalliga mitzumachen. Diese Spieler werden in den verbleibenden Spielen verstärkt eingesetzt." Man darf allerdings gespannt sein, ob Dooley überhaupt noch elf Spieler zusammenbekommt. Am Freitag ist die Spielvereinigung Greuther Fürth (19 Uhr) zu Gast im Ludwigspark.

 

 

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