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Presse aus der Saison 2001 - 2002 |
FCS wachte
in Mainz zu spät auf
FSV
hat nach 2:1-Erfolg beste Aufstiegs-Chancen
- Von
JÖRG HEINZE -
Mainz.
Die 13500 Zuschauer am Mainzer Bruchweg trauten am Donnerstagabend
ihren Augen nicht. Jeder hatte erwartet, dass Fußball-Zweitligist
FSV Mainz 05 gegen den Tabellenvorletzten 1. FC Saarbrücken
ein wahres Torfestival feiern würde. Am Ende musste der
Aufstiegsaspirant allerdings froh sein, dass es beim knappen
2:1-Erfolg blieb. Auch Trainer Jürgen Klopp war die Erleichterung
anzumerken: "Hauptsache, wir haben gewonnen. Egal wie. Für
uns zählen im Aufstiegskampf nur die drei Punkte."
Hätte
der 1. FC Saarbrücken die ganze Saison über so gespielt,
wie am Donnerstag in der zweiten Halbzeit in Mainz - der FCS
würde nicht da stehen, wo er jetzt steht. Auch wenn FCS-Trainer
Tom Dooley nach dem Spiel dem vergebenen Punkt nachtrauerte,
muss man auch deutlich sagen, dass Mainz zur Halbzeit durchaus
4:0 oder gar 5:0 hätte führen können. Denn vor
der Pause spielte der FCS so, wie in den vergangenen Wochen -
grottenschlecht. Mainz legte los, als wollten sie den FCS aus
dem Stadion fegen. Fünf hochkarätige Chancen allein
in den ersten zehn Minuten, Michael Thurk erzielte bereits nach
drei Minuten mit einem schönen Heber über Aushilfs-Torwart
Roman Pletz hinweg das 1:0. Der FCS tauchte nur dreimal im Strafraum
der Rheinländer auf - ohne allerdings auch nur einmal aufs
Tor zu schießen.
Mainz
baute mehr und mehr ab, der FCS bekam das Spiel besser in den
Griff. Auch wenn Jürgen Kramny nach der Pause noch zum 2:0
(58.) traf. Danach war die Mainzer Herrlichkeit vorbei. Dem FCS
gelang mit der ersten (!) Torchance in der 60. Minute der Anschlusstreffer
durch Sambo Choji. Und plötzlich kombinierten nicht die
Mainzer, sondern der FCS. Zwei Minuten später hatten die
Saarbrücker sogar die Riesenchance zum Ausgleich, doch Julian
De Guzman zog eigensinnig ab, anstatt den besser postierten Choji
anzuspielen.
Die
Mainzer retteten den knappen Vorsprung über die Zeit und
haben jetzt beste Chancen auf den Aufstieg in Liga eins. Mit
dieser Leistung werden es die Rheinländer in der ersten
Liga aber ganz schwer haben. Für den FCS ist der Absturz
in die Regionalliga nach der erneuten Niederlage wohl endgültig
besiegelt.
VfL im
Schongang zu stark für FCS
0:2-Heimniederlage
für harmlosen 1. FC Saarbrücken gegen Bochum - Tom
Dooley: "Wir haben verdient verloren"
- Von
JÖRG HEINZE -
Saarbrücken.
Immerhin noch 2000 Zuschauer konnten sich am Sonntag aufraffen,
um die Darbietungen des Noch-Zweitligisten 1. FC Saarbrücken
gegen den VfL Bochum zu beobachten. Vielleicht hatten ja einige
Fans insgeheim auf einen Einsatz der Torwart-Oldies Roland Kuppig
(39 Jahre) oder Dieter Ferner (53 Jahre) gehofft. Doch daraus
wurde nichts. Im Tor stand der kurzfristig verpflichtete Roman
Pletz, und auch auf der Bank saß keiner der "Oldies",
sondern Christoph Büchel, der sich trotz seiner Bänder-
und Kapselprobleme am Fuß als Ersatz zur Verfügung
gestellt hatte.
Viel
zu tun bekam der neue Mann im FCS-Tor allerdings erst einmal
nicht. Die harmlosen Bochumer ließen dem FCS erstaunlich
viel Platz, doch damit wussten die Blau-Schwarzen herzlich wenig
anzufangen. Bis zum gegnerischen Strafraum spielte der FCS ganz
gefällig, dann ging nicht mehr viel zusammen.
Nach
18 Minuten musste dann der neue FCS-Torwart Pletz zum ersten
Mal eingreifen. Einen 14-Meter-Schuss von Vahid Hashemian konnte
der 27-Jährige mit einer Fußabwehr parieren. Auf der
anderen Seite konnte Bochums Schlussmann Rein Duijnhoven in der
27. Minute sein Können unter Beweis stellen, als er mit
einem guten Reflex einen Kopfball von Marcio Giovanini abwehrte.
Wie aus dem Nichts gelang den Gästen aus Bochum vor der
Pause noch die Führung. Im Saarbrücker Strafraum schauten
gleich drei Spieler - Echendu, Susic und Giovanini - erstaunt
zu, wie Bochums Dariusz Wosz an ihnen vorbeikurvte und den Ball
nach links zu Thomas Christiansen passte. Diieser vollendete
völlig unbedrängt aus acht Metern zum 1:0 für
Bochum (42.).
Nach
54 Minuten hätte Schiedsrichter Torsten Koop die Begegnung
eigentlich abpfeifen können. Denn da hatte Thomas Reis nach
einem Freistoß von Wosz das 2:0 für den VfL Bochum
markiert. Was danach folgte, war Langeweile pur. Bochums Trainer
Peter Neururer nahm nach dem zweiten Treffer Dariusz Wosz und
Delron Buckley vom Platz, weil beide schon mit vier Gelben Karten
belastet waren, und bei einer weiteren Karte für das nächste
Spiel des VfL Bochum gegen Frankfurt gesperrt gewesen wären.
Diese Sorge war allerdings unbegründet. Denn in der Begegnung,
die nun wie ein Freundschaftsspiel wirkte, gab es keine einzige
Gelbe Karte.
Für
Wosz und Buckley durften zwei ehemalige Saarbrücker, nämlich
Thomas Stickroth und Dino Toppmöller, ran, mussten aber
nicht mehr viel tun. Denn der VfL Bochum tat nicht mehr als nötig,
schaukelte das 2:0 ohne weitere Anstrengungen über die Runden.
Freundschaftlich ging es auch nach dem Spiel zu. "Tom, du
guckst dir auch jeden Mist an", scherzte Peter Neururer,
als FCS-Trainer Tom Dooley sich eine Videokassette mit der Spiel-Aufzeichnung
geben ließ. Dann wurde Neururer noch mal ernst: "Bis
zum 1:0 haben wir kaum Möglichkeiten gehabt. Aber wir haben
auch nicht unbedingt mehr machen müssen." Und Tom Dooley
blieb nur die Erkenntnis: "Wir haben verdient verloren.
Vielleicht klappt es ja in Mainz mal mit einem Tor."
FCS verpflichtet
neuen Torhüter
Roman
Pletz soll gegen Bochum den Kasten sauber halten
- Von
JÖRG HEINZE -
Saarbrücken.
Peter Eich verletzt (Achillessehnen-Entzündung), Sven Scheuer
verletzt (Wade), Christoph Büchel verletzt (Bänder-
und Kapselprobleme), Markus Hirschauer schwer krank (Leukämie)
- Fußball-Zweitligist 1. FC Saarbrücken gehen vor
dem Spiel gegen den VfL Bochum am Sonntag, 15 Uhr, im Saarbrücker
Ludwigspark die Torleute aus. Allerdings hat der FCS kurzfristig
einen Amateur-Torwart verpflichtet.
Es
handelt sich dabei um Roman Pletz, 27 Jahre alt. Pletz ist seit
einem halben Jahr ohne Verein, spielte zuvor bei den Amateuren
von Hertha BSC Berlin. Nach einer Operation hält sich Pletz
seit einigen Monaten beim Regionalligisten Stuttgarter Kickers
fit. Einem entsprechenden Antrag des FCS gab die Deutsche Fußball
Liga, DFL, am Freitag statt. Pletz soll einen Vertrag bis Saisonende
erhalten. Sozusagen als Bewährungsprobe. Danach wird über
ein längerfristiges Engagement des 27-Jährigen entschieden.
Für alle Fälle hat der 1. FC Saarbrücken auch
eine Spielgenehmigung für den ehemaligen FCS-Keeper Roland
Kuppig, 39, beantragt. Kuppig wird wohl am Sonntag als Ersatzkeeper
auf der Bank Platz nehmen. Damit wird es doch nichts mit einem
Einsatz des 53-jährigen Amateurtrainers Dieter Ferner im
Tor.
Vertragsgespräche
beim 1. FCS stocken
Erst
zwei Spieler des 1. FC Saarbrücken sind für die kommende
Saison in der Regionalliga verpflichtet - Verhandlungen mit Peter
Eich erneut abgebrochen
- Von
JÖRG HEINZE -
Saarbrücken.
Die Verträge liegen zur Unterschrift bereit, doch wann und
ob sie überhaupt unterschrieben werden, ist derzeit unklar.
Die Pokerrunden beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Saarbrücken
sind eröffnet. Der ewige Interessenkampf zwischen dem Verein
auf der einen Seite und den Spielern sowie ihren Beratern auf
der anderen.
Die
Hoffnungen auf den Klassenverbleib haben sich beim FCS allerspätestens
nach dem 0:8 in Unterhaching zerschlagen, die Planungen sind
jetzt voll und ganz auf die Regionalliga ausgerichtet. Doch bislang
haben nur Björn Tarillon, der in der Winterpause vom Verbandsligisten
RW Hasborn kam, und Tamas Koltai Verträge, die auch für
die Regionalliga gelten. Peter Eich, Julian De Guzman, Nsaliwa
Tamadani und Marco Stark würde der FCS gerne halten. Gespräche
laufen, doch bislang blieben alle Verhandlungen ohne Ergebnis.
Peter Eich beispielsweise hatte am Dienstag eine neue Geprächsrunde.
Herausgekommen ist dabei allerdings nichts. "Unsere Vorstellungen
für eine weitere Zusammenarbeit liegen noch ein bisschen
weit auseinander", erzählt der 38-Jährige auf
Nachfrage und meint damit vor allem die finanziellen Konditionen.
Angeboten wurde ihm - wie schon in den vergangenen Jahren - ein
Vertrag für ein weiteres Jahr.
Gleiches
hört man von den Beratern von Julian De Guzman und Nsaliwa
Tamadani. Auch dort liegen die Meinungen der Parteien über
Vertragsinhalte offenbar noch ziemlich auseinander. Bei Marco
Stark kommt das Problem hinzu, dass er nur vom 1. FC Kaiserslautern
ausgeliehen ist.
Anatoli
Muschinka und Raphael Susic würden gerne in Saarbrücken
bleiben, doch dort liegen die Verhandlungen zurzeit offenbar
auf Eis. Vor allem Susic scheint schlechte Karten für eine
Vertragsverlängerung zu haben. Zu häufig hatte sich
der Mittelfeldspieler mit Wadenproblemen verletzt gemeldet. "Wir
haben Raphael zu den verschiedensten Ärzten geschickt",
hatte Trainer-Berater Uwe Klimaschefski kürzlich erklärt,
"aber keiner konnte etwas finden. Immerhin wird Raphael
bald 34 Jahre alt. Da muss man sich das schon genau überlegen,
ob es noch Sinn macht."
Einerseits
hatte Trainer Tom Dooley nach dem 0:8 am vergangenen Samstag
in Unterhaching angedeutet, dass es bis Saisonende Gespräche
mit weiteren Spielern geben wird, andererseits wird sich das
Präsidium nach Informationen unserer Zeitung am kommenden
Freitag auch mit Christian Weber und dessen Beratern treffen,
um über eine weitere Zusammenarbeit zu reden. FCS-Vizepräsident
Klaus Meiser äußerte sich kürzlich recht zuversichtlich,
dass der Verein mit Weber zu einer Einigung kommen könnte.
Andererseits liegen dem aktuellen U-19-Nationalspieler wohl auch
zahlreiche andere Angebote vor.
Apropos
Weber. Christians Namensvetter und ehemaliger Trainer, Heribert
Weber, hält sich derzeit in seiner österreichischen
Heimat auf. Ob er dort Urlaub macht oder dem FCS den Rücken
gekehrt hat, ist unklar. Auf der Geschäftsstelle des 1.
FC Saarbrücken weiß zumindest niemand darüber
Bescheid. Weber selbst macht trotz Nachfrage keinerlei Angaben
dazu und verweist auf das Präsidium. Dort war gestern allerdings
niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.
Zurück
zur sportlichen Situation. Für das Ligaspiel gegen den VfL
Bochum am kommenden Sonntag (15 Uhr im Ludwigspark) ist der FCS
verzweifelt auf der Suche nach einem Torhüter. Peter Eich
hat eine Entzündung in der Achillessehne. Und noch ist unklar,
ob er rechtzeitig fit wird. Zumindest brachte die Kernspin-Tomografie
am Montag die Erkenntnis, dass die Sehne nicht gerissen ist.
"Falls es nicht klappt, muss Christoph eben wieder ran",
meint Peter Eich. Doch Nachwuchs-Torwart Christoph Büchel
ist ebenfalls verletzt. Gleiches gilt für den eigentlichen
zweiten Torhüter Sven Scheuer. Schon gibt es Überlegungen,
den ehemaligen FCS-Torhüter und heutigen Mediziner Roland
Kuppig zu reaktivieren. Möglicherweise verpflichtet der
1. FC Saarbrücken für die letzten sieben Spiele noch
einen Amateur-Torwart, der bei den Profis eingesetzt werden soll.
Für
die kommende Saison hat Tom Dooley einen kompletten Schnitt angekündigt.
Doch der Verein ist unter Zeitdruck. Um eine schlagkräftige
Mannschaft für die dritte Liga auf die Beine zu stellen,
muss der FCS schnell Nägel mit Köpfen machen. Handelt
der 1. FC Saarbrücken zu spät, sind die besseren Spieler
bereits weg. Vielleicht sollte sich der FCS auch mal im eigenen
Verein umschauen. Der 20-Jährige Daniel Schommer von den
eigenen Amateuren absolvierte am vergangenen Montag ein Probetraining
beim Zweitliga-Dritten Greuther Fürth. Völlig unklar
ist auch, ob erfahrene Spieler wie Karsten Hutwelker oder Hannes
Reinmayr gehalten werden sollen. Führungsspieler wird der
FCS brauchen, und die wachsen auch nicht auf Bäumen. Klar
ist nur: Norbert Hofmann wird in der Regionalliga nicht mehr
für den FCS spielen.
.de
Mainz will
Spielverlegung
Der
Terminkalender für die 2. Bundesliga sorgt beim FSV Mainz
05 für Unmut. Die Mainzer müssen am 28.03.(Gründonnerstag)
gegen den 1.FC Saarbrücken und am 15.04 im
Spitzenspiel gegen Arminia Bielefeld ohne die beiden etatmäßigen
Stürmer Blaise Nkufo (10 Saisontreffer) und Andrij
Voronin (7 Saisontreffer) antreten. Beide wurden zu Länderspielen
Ihrer Nationalmannschaften abgerufen und müssen nach FIFA-Reglement
abgestellt werden.
Dies
ist nur dadurch möglich, dass die Spieltermine in einer
FIFA-Abstellperiode liegen. Dies ist uns schon beim Spiel gegen
Hannover 96 (0:2) passiert, als wir ebenfalls ohne Blaise Nkufo
antreten mussten, da er von der Schweiz zu einem Länderspiel
nominiert wurde. Die DFL hat die Pflicht für einen sportlichen
Wettbewerb in den Ligen zu sorgen und muss dem auch bei möglichen
Wünschen des Fernsehens Rechnung tragen. Sollten Meisterschaftsspiele
in eine FIFA-Abstellperiode fallen, die normalerweise vom Spielbetieb
freizuhalten sind, muss die DFL dafür Sorge tragen, dass
Ansetzungen mit Vereinen vorgenommen werden, die keine Nationalspieler
beschäftigen. Wir haben frühzeitig eine Spielverlegung
beantragt, die von der DFL abgelehnt wurde, da keine Tauschpartie
gefunden werden konnte", erläutert 05-Manager Christian
Heidel die Kritik der Mainzer.
Und
weiter: Uns geht es nicht um die Montagsspiele im generellen,
sondern einzig um die Spiele die in eine FIFA-Abstellperiode
fallen. Hier entsteht ein klarer Nachteil für den 1.FSV
Mainz 05, den wir so nicht hinnehmen können."
Heidel
will nun gemäß der Spielordnung des Ligaverbandes
(SpOL) Beschwerde bei der DFL einlegen um doch noch eine Spielverlegung
zu erreichen.
FCS-Trainer
Tom Dooley wirft Manfred Bender aus der Mannschaft
Chaos
beim Fußball-Zweitligisten nach dem 0:8-Debakel in Unterhaching
- Maximal vier Spieler sollen bleiben
- Von
JÖRG HEINZE -
Saarbrücken.
Wer geglaubt hatte, beim Noch-Fußball-Zweitligisten 1.
FC Saarbrücken könne es in dieser Saison nicht mehr
schlimmer werden, wurde am Samstag wieder einmal eines Besseren
belehrt. Eine 0:8-Klatsche in Unterhaching - der vorläufige
Tiefpunkt ist erreicht. Gestern trommelte FCS-Trainer Tom Dooley
seine Spieler zusammen und wollte von ihnen wissen, was eigentlich
in ihren Köpfen vorgegangen sei. Eine Antwort bekam er freilich
nicht.
Dafür
hatte Dooley umso mehr zu sagen. "Ich habe Manfred Bender
gesagt, dass er keine Rolle mehr spielt. Es ist egal, ob er bis
Saisonende noch kommt oder nicht. Sein Verhalten ist vollkommen
unprofessionell." Was war passiert? Dooley: "Ich habe
in der Halbzeit gesagt, Manfred solle sich warmlaufen. Erst hat
er mich mit einem bösen Blick gestraft, dann sein Tape auf
den Platz geworfen und schließlich mit dem Ellenbogen gegen
die Überdachung der Bank gehauen. Daraufhin habe ich zu
ihm gesagt, wenn er keinen Bock habe, solle er sich wieder hinsetzen.
Er hat sich umgedreht und hingesetzt." Manfred Benders Version
klingt jedoch anders: "Wir haben einen Trainer, der offenbar
nicht weiß, dass man nur dreimal wechseln darf. Er hat
zu Muschinka gesagt: Mach dich warm, Du kommst gleich rein. Dann
hat er mich auch zum Warmmachen geschickt. Zu diesem Zeitpunkt
hatten wir schon zwei Mal gewechselt. Warum soll ich mich warmmachen,
wenn ohnehin Muschi rein soll?" Bender weiter: "Ich
habe sogar noch darauf hingewiesen, damit sich der Verein nicht
endgültig zur Lachnummer macht, und zum Dank werde ich suspendiert."
Wie auch immer. Beide scheinen wohl nicht mehr zusammen zu kommen.
Tom
Dooley hatte gestern Vormittag allerdings noch mehr zu sagen:
"Ich habe meinen Spielern mitgeteilt, dass in der Geschäftsstelle
nur drei oder vier Verträge liegen, die kurz vor dem Abschluss
stehen. Mit diesen Spielern planen wir weiter. Alle anderen können
ihre Berater informieren und sie damit beauftragen, neue Vereine
für sie zu suchen." Am Freitag hatte FCS-Vizepräsident
Klaus Meiser noch neun Spieler aufgezählt und weitere, mit
denen man sich zumindest unterhalten wolle. Dooley: "Am
Samstag haben die Jungen gespielt. Die, von denen man eigentlich
erwartet, dass sie wollen. Doch nach solch einem Spiel muss ich
mich fragen, ob sie überhaupt die Qualität haben, um
mit ihnen weiter zu planen." Weitere Gespräche werden
- wenn überhaupt - erst am Saisonende geführt. "Danach
wird's den großen Schnitt geben", kündigt Trainer
Tom Dooley an.
Die
Lizenz: Wer zittern muss
K omplett sorgenfreie Zweitligisten sind mit Blick auf die Finanzen
eine Rarität - Hannover geht es gut, einige haben eine solide
finanzielle Basis (Greuther Fürth, Mainz), Bielefeld ist
für beide Bundesligen gerüstet, und bei Klubs wie Union,
Ahlen, Duisburg und RWO gibt es keinen Grund zu großer
Sorge. Auch Babelsberg müsste im Falle des - unwahrscheinlichen
- Ligaverbleibs wohl nicht um die Lizenz zittern. Saarbrücken
hätte vor allem beim Nicht-Abstieg mit Auflagen zu rechnen.
Nicht vergessen werden darf: Alle hängen am Tropf vom schwankenden
TV-Giganten Kirch.
Doch
auch mit dessen Geldern müssen folgende Teams nach Einreichung
der Lizenzierungs-Unterlagen (bis 15. März, 24 Uhr) aus
verschiedenen Gründen zittern - oder arge Finanz-Probleme
lösen:
EINTRACHT
FRANKFURT: Für die kommende Zweitliga-Saison wird der Etat
auf 12,5 Millionen Euro halbiert. Die Lizenz soll durch den Verkauf
von 15 Prozent der Anteile der Fußball AG für 7,5
Millionen Euro an einen neuen Investor sowie durch Transfererlöse
(Preuß, Kryszalowicz) sichergestellt werden. Gerade dieser
wichtige Vertrag mit dem noch unbekannten Investor ist jedoch
noch nicht unterschrieben - und das ist der Knackpunkt. Mit 50
Prozent dieser Erlöse müssen gemäß des Darlehensvertrags
auch Teile des "Octagon"-Kredits über 3,8 Millionen
Euro getilgt werden. Und: 2002/03 sinken die Fernseheinnahmen
für die Eintracht wegen der Dreijahres-Wertung um rund zwei
auf "nur" noch fünf Millionen Euro.
KARLSRUHER
SC: Das Ex-Präsidium hat Horrorschulden hinterlassen - über
fünf Millionen Euro! Die Kassen waren komplett leer! Notvorstand
Prof. Gerhard Seiler beschaffte in Kürze 2,5 Millionen Euro.
Doch noch ist die Lizenz nicht gesichert. Allein bis zum Saisonende
muss noch eine Million Euro aufgebracht werden. Der KSC musste
bereits in dieser Saison wegen der Kapitalprobleme Quartalsberichte
vorlegen.
SSV
REUTLINGEN: Da ein Defizit vorhanden ist, müsste der Verein
in seinem Etat-Entwurf mit einem Überschuss planen. Das
dürfte nicht machbar sein. Ansonsten benötigt der SSV
eine Bürgschaft - und die dürfte nur schwer zu erhalten
sein. Die Baustein- und Spendenaktion, von der sich der SSV eine
halbe Million Euro erhofft hatte, brachte bislang nur 200 000
Euro ein. In den nächsten Wochen sollen gezielt Reutlinger
Firmen angeschrieben und angesprochen werden. Die Lizenzerteilung
ist gefährdet.
WALDHOF
MANNHEIM: Wenn Partner Sportwelt die letzte Saisonrate nicht
zahlt, fehlen dem SV Waldhof am Saisonende 970 000 Euro. Das
führt laut Präsident Wilfried Gaul zu einem Liquiditäts-Engpass
im Sommer. Das Vorhaben, Spieler in der Winterpause abzugeben,
wurde nicht umgesetzt. Die Zuschauerzahlen sind rückläufig.
Der Etat für die nächste Saison muss gewaltig abgespeckt
werden. Positiv: Mit Kinowelt-Boss Kölmel fand Präsident
Gaul einen Weg, dass Waldhof die Mehrheitsverhältnisse in
der Sportwerbegesellschaft hat. Auflage: Das Negativkapital darf
sich nicht erhöhen.
VfL
BOCHUM: Bei einer Rückkehr in die Bundesliga dürfte
der Lizenzerteilung nichts im Wege stehen, bei einem weiteren
Jahr in der Zweitklassigkeit würde aber ein erneuter Kraftakt
bevorstehen. Es würden rund 10 Millionen Euro fehlen, so
dass wohl ein (oder sogar mehrere) Spieler verkauft werden müssten.
Im letzten Jahr war es Bastürk, in diesem könnte es
Freier (oder auch Buckley und Schindzielorz) sein. Weiteres Problem:
Es fehlt noch ein Hauptsponsor. Es gibt zwei Kandidaten - aber
nur im Aufstiegsfall.
1.
FC SCHWEINFURT 05: Die Auflage, die Verschuldung zum Jahresende
2001 nicht anwachsen zu lassen (2000: 396 000 Euro), wird der
FC Schweinfurt 05 zwar knapp verfehlen, dürfte mit einer
Ermahnung davon kommen. Bis zum 30. Juni 2002 will der Verein
einen kleinen Gewinn erwirtschaften. Beantragt wird auch die
Lizenz für die Regionalliga, mit abgespecktem Etat (maximal
1,5 Millionen Euro statt bisher 4,6 Millionen Euro).
ALEMANNIA
AACHEN: Bis Freitag müssen 150 000 Euro aufgebracht werden,
um die Auflage, den Schuldenstand nicht über 1,35 Millionen
Euro wachsen zu lassen, zu erfüllen. Die Lizenz dürfte
nicht gefährdet sein. Unsicher ist der Klub in puncto "Koffer-Affäre"
- sollten keine lizenzierten Spielervermittler bei den Transfers
von Rudan und Lozanovski mitgewirkt haben, drohen Geldstrafen.
SpVgg
UNTERHACHING: Der Verein schreibt schwarze Zahlen, allerdings
könnte es in der kommenden Saison Engpässe geben: "ce
consumer" zahlte 1,5 Millionen Euro für diese Saison,
ein Nachfolger in dieser Größenordnung ist noch nicht
in Sicht.
Die "Jungen
Wilden" des FCS gewinnen gegen Aachen
Zwei
Tore von Tamas Koltai beim 2:1-Sieg - Trainer Tom Dooley: "Mannschaft
hat gezeigt, dass sie Fußball spielen kann"
- Von
JÖRG HEINZE -
Saarbrücken.
"Der Jugend eine Chance" - nach diesem Motto schickte
Tom Dooley, der Trainer des 1. FC Saarbrücken, am Sonntag
eine ganz junge Mannschaft im Zweitligaspiel gegen Alemannia
Aachen auf den Platz. Gleich sechs FCS-Spieler, die jünger
als 24 Jahre sind, durften von Beginn an auflaufen. Und die "Jungen
Wilden" dankten es ihrem Trainer, zeigten beim 2:1-Sieg
vor allem in der ersten Halbzeit vor 2800 Zuschauern beherzten
und engagierten Fußball.
Gegen
eine schwache Aachener Mannschaft hatte Stephen Musa, bester
Akteur des Spieles, die erste FCS-Chance. Aber sein spektakulärer
Seitfall-Zieher landete nur am linken Pfosten (16.). Besser machte
es zwei Minuten später Tamas Koltai. Nach einem langen Pass
von Tamandani Nsaliwa überlupfte er den aus seinem Tor stürzenden
Ex-Saarbrücker Stephan Straub. Der Ball landete erst an
der Torlatte, doch Koltai hatte nachgesetzt und schob sicher
ein.
Das
junge FCS-Team überzeugte in der Folge durch seinen kämpferischen
Einsatz und durch schöne Spielzüge. Nur Tore fielen
vor der Pause nicht mehr.
Ein
Fehler des Aachener Torwarts Straub begünstigte dann den
zweiten FCS-Treffer: Nach einem Freistoß von Musa faustete
Straub am Ball vorbei. Das Leder fiel auf den Kopf von Koltai
und trudelte über die Torlinie (52.).
Aber
Aachen kam noch einmal ins Spiel zurück. Der ehemalige FCS-Spieler
Olivier Caillas flankte von der linken Seite, Josef Ivanovic
hielt den Kopf hin - nur noch 2:1 (54.). Dabei blieb es auch
bis zum Schluss, obwohl beide Mannschaften noch hochkarätige
Chancen hatten.
"Mit
der ersten Halbzeit bin ich sehr zufrieden", sagte FCS-Trainer
Tom Dooley. "Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie Fußball
spielen kann. Die zweite Halbzeit müssen wir schnell abhaken,
das hatte nur wenig mit Fußball zu tun. Vor allem an der
Chancenauswertung müssen wir noch arbeiten. Aber egal, die
Hauptsache ist, dass wir drei Punkte geholt haben."
Peter Eich,
das "ärmste Schwein" des 1. FC Saarbrücken
Der
Schlussmann des Zweitliga-Schlusslichtes ist der einzige Spieler,
der die Bezeichnung Profi verdient
- Von
JÖRG HEINZE -
Saarbrücken.
50 Gegentore hat der Fußball-Zweitligist 1. FC Saarbrücken
in dieser Saison in 25 Spielen bereits kassiert - das sind zwei
pro Spiel. Nur Ahlen (52) und Babelsberg (62) mussten den Ball
bislang noch häufiger aus dem eigenen Netz holen. Dass der
1. FC Saarbrücken noch nicht längst zur größten
Schießbude der zweiten Liga geworden ist, verdankt der
FCS in erster Linie Peter Eich.
Trotz
seiner 38 Jahre gehört er zu den besten Torhütern der
zweiten Liga. Beim Training ist er stets als einer der ersten
auf dem Platz. Wenn die ersten seiner Mitspieler hinterher schon
geduscht und gefönt aus der Kabine kommen, liegt er häufig
noch auf einer Matte im Kabinengang und macht Kraftübungen.
"Peter ist unglaublich", schwärmt auch FCS-Trainer
Tom Dooley. "Wenn am Tag nach einem Spiel diejenigen normal
trainieren, die am Tag zuvor nicht gespielt haben, ist Peter
immer dabei. Wenn du dann zu ihm sagst: Peter, ruh dich doch
mal aus. Mach mal Pause, leg dich in die Sauna oder ins Entmüdungsbecken,
schüttelt er nur den Kopf und hechtet durch seinen Fünfmeterraum.
Der braucht das einfach."
Der
Schlussmann der Blau-Schwarzen ist Profi durch und durch - ein
absolutes Vorbild für die Jugend. Und gleichzeitig das "ärmste
Schwein" des 1. FCS. Hätten alle seine Mitspieler auch
nur annähernd Eichs Einstellung - der FCS würde heute
sicher nicht am Tabellenende stehen. "Klar ist es frustrierend,
in jedem Spiel mit dem Rücken an der Wand zu stehen",
macht er aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. "Man
muss aber auch mal hinterfragen, warum und weshalb das so ist.
Wir sehen jetzt das Resultat dessen, was im Sommer versaubeutelt
worden ist." Eich spricht damit vor allem die Einkaufspolitik
vor der Saison an. "Hier wurde so viel Geld aus dem Fenster
geschmissen, anstatt kontinuierlich weiterzumachen. Hier wurde
völlig blauäugig geplant. Und jetzt fängst du
wieder einmal bei Null an", sagt Peter Eich.
Zwar
gibt Eich selbst in jedem Spiel hundert Prozent, an ein Wunder,
den Nichtabstieg, glaubt auch er nicht mehr. "Nach den ersten
zwei, drei Spielen nach der Winterpause hatte ich noch Hoffnung.
Aber wie es im Moment aussieht, sind wir nicht besser. Wir stehen
nicht umsonst ganz unten. Wir haben fast 39 Leute, aber qualitativ
reicht es trotzdem nicht. Das sollte einem zu denken geben."
Deshalb
denkt auch Peter Eich über seine Zukunft nach. Für
einen 38-Jährigen eigentlich nichts Ungewöhnliches,
doch auf diesem Niveau könnte der Muster-Profi noch zwei,
drei Jahre zweite Liga spielen. Grundsätzlich würde
er gerne in Saarbrücken bleiben. Auch in der Regionalliga.
"Ich würde schon gerne mithelfen, dass der Verein wieder
nach oben kommt. Ich habe auch mit fast 39 Jahren noch genügend
Ehrgeiz und bin erfolgsorientiert." Doch zuvor müssten
einige Dinge geklärt werden. Der Stachel der Enttäuschung
sitzt tief bei ihm, denn im Zweikampf mit Sven Scheuer fühlte
sich Peter Eich lange Zeit nicht fair behandelt. "Ich wurde
frühzeitig in Frage gestellt, obwohl ich in der vergangenen
Saison sehr gute Leistungen geboten hatte. Das war damals für
mich schon nicht nachvollziehbar." Wäre Tom Dooley
nicht Trainer geworden, Peter Eich hätte auch in der Rückrunde
wohl kaum eine Chance bekommen. Denn auch im Trainingslager in
Portugal war er trotz überzeugender Leistungen nur zweiter
Mann.
Und
deshalb stellt Eich klar: "Ich werde das nicht einfach hinnehmen
und sicher im Gespräch mit dem Präsidium das ein oder
andere Wort sagen. Auch was die Gesamtsituation angeht."
Der
Verein möchte Peter Eich in jedem Falle halten - vor allem
Trainer Tom Dooley, der schon nach wenigen Tagen erkannt hat,
was er an Peter Eich hat. Auch an eine langfristige Zusammenarbeit
nach seiner Karriere ist gedacht. "Das Interesse ist da,
auch wenn wir noch nicht konkret darüber gesprochen haben",
sagt Eich. "Der FCS ist mein erster Ansprechpartner, wir
liegen auch nicht weit auseinander. Aber es gibt auch andere
Angebote." Torwart-Trainer Heinz Böhmann macht sich
ebenfalls dafür stark, Peter Eich über dessen Karriere
hinaus an den Verein zu binden und würde für Eich sofort
seinen Posten räumen. Und Eich gibt das Kompliment sofort
zurück: "Dass ich solch gute Leistungen bringe, habe
ich zum großen Teil Heinz Böhmann zu verdanken. Für
mich unbegreiflich, dass er in Frage gestellt wurde. Selbst heute
mit 38 Jahren kann ich noch einiges von ihm lernen."
Breitkreutz
muss weiter laufen
Gericht
lehnt Wiederaufnahme des Trainings beim FCS ab
Saarbrücken
(hei). Kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres hatte Matthias
Breitkreutz vom Fußball-Zweitligisten 1. FC Saarbrücken
die fristlose Kündigung bekommen. Der FCS begründete
die Kündigung damit, dass der 30-jährige Mittelfeldspieler
nicht die nötige Arbeitsbereitschaft mitbringe. Das wollte
Breitkreutz nicht hinnehmen und klagte gegen den Saarbrücker
Fußball-Verein.
Am
Dienstag fand eine erste Verhandlung statt, bei der Breitkreutz
seine Wiederaufnahme im Training erreichen wollte. Der FCS war
dagegen. "Bislang ist nichts rausgekommen", erzählt
Matthias Breitkreutz frustriert. "Der Richter hat einen
Kompromiss-Vorschlag gemacht, nach dem ich erstmal bei den FCS-
Amateuren mittrainieren soll."
Dieser
Vorschlag des Richters ist nicht verwunderlich, denn die eigentliche
Hauptverhandlung steht erst Anfang April an. Dort geht es dann
darum, ob die Kündigung überhaupt rechtens war und
damit auch um viel Geld, denn seit seiner Kündigung ist
Matthias Breitkreutz arbeitslos gemeldet. Hätte der Richter
dem 30-Jährigen jetzt die Teilnahme am Training der Profis
erlaubt, wäre dies schon eine deutliche Aussage dahingehend,
dass die Kündigung tatsächlich nicht rechtens gewesen
wäre. Somit muss sich Breitkreutz wohl bis Anfang April
weiter mit täglichen Waldläufen fithalten.
Dooley
trotz Niederlage zufrieden
FCS-Sturmflaute
hält an - Reinmayr und Hutwelker verletzt
Saarbrücken
(hei). Den "Deppen-Rekord" von 954 Minuten ohne Tor
ist der 1. FC Saarbrücken seit vergangenen Samstag los.
Dem 1. FC Köln sei Dank. Doch schaut man sich die derzeitige
Torflaute des FCS an, so beschleichen einen Befürchtungen,
dass der Fußball-Zweitligist an einem neuen Rekord-Anlauf
arbeitet. Das letzte Tor der Blau-Schwarzen liegt auch schon
fünf Spiele zurück - genauer gesagt 366 Minuten. Gefallen
am 5. Februar beim 2:2 in Frankfurt. Und es besteht wenig Hoffnung,
dass sich an dieser Torflaute etwas ändert. "Vor dem
Tor fehlt uns einfach die Cleverness und das nötige Durchsetzungs-Vermögen",
bemängelt FCS-Trainer Tom Dooley. "Zurzeit kannst du
wirklich nur darauf hoffen, dass mal einer vor dem Tor angeschossen
wird, und der Ball reingeht."
Dabei
war der Saarbrücker Trainer trotz des 0:3 bei Union Berlin
am vergangenen Freitag durchaus zufrieden. Lange Zeit hatten
seine Jungs gut mitgehalten - und vor allem gekämpft. 13
Spieler hatten sich zuvor krank oder verletzt gemeldet, so dass
sich die Mannschaft ohnehin fast von allein aufstellte. Doch
Dooley macht klar: "Diejenigen, die am Freitag auf dem Platz
standen, hätten ohnehin gespielt. Egal, ob die anderen fit
gewesen wären oder nicht. Diese Mannschaft wird auch am
kommenden Wochenende gegen Aachen spielen." Dann werden
wohl auch Julian De Guzman und Stephen Musa ihre Chance von Beginn
an bekommen, denn am vergangenen Freitag mussten auch Hannes
Reinmayr (Tritt in die Achillessehne) und Karsten Hutwelker (Zerrung)
verletzt raus.
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Mit
einem klaren 3:0 (0:0)-Erfolg über den 1. FC Saarbrücken
hat der 1. FC Union Berlin nachdrücklich seine heimlichen
Aufstiegsambitionen unterstrichen. Wie in vielen Spielen zuvor
benötigte der Aufsteiger einen langen Anlauf, bevor der
erste Treffer den Bann vor 7.151 Zuschauern in der Alten Försterei
brach.
Lange
Zeit war nicht zu erkennen, welche Mannschaft verzweifelt gegen
den Abstieg spielt und welche im oberen Tabellenmittelfeld rangiert.
In den ersten 30 Minuten hatte Saarbrücken mehr Ballkontakte
und kam bereits nach fünf Minuten zur ersten Chance. Karsten
Hutwelker zog aus 20 Metern ab, Sven Beuckert lenkte den Ball
mit Mühe um den Pfosten. Wie dem Gast, so fehlte auch dem
Gastgeber die nötige Präzision, um ernsthaft für
Torgefahr zu sorgen. Einzig Hristo Koilovs Schuss, der in der
29. Minute völlig frei den Rücken des sich wegdrehenden
Torstehers Peter Eich traf, ist als Chance zu bezeichnen. Diese
Aktion war zugleich der 'Muntermacher' - denn nach dieser Möglichkeit
rissen die Gastgeber das Geschehen zunehmend an sich.
Sie
brauchten jedoch acht Minuten in der zweiten Halbzeit und Edel-Joker
Harun Isa, dessen verunglückte Flanke sich knapp 60 Sekunden
nach seiner Einwechslung hinter Schlussmann Eich ins Tor senkte.
Danach spielten fast nur noch die Rot-Weißen, die nun immer
mehr Lücken in der Saarbrücker Abwehr entdeckten. Torjäger
Sreto Ristic war es vorbehalten, in der 77. Minute nach einer
Brustablage von Petar Divic Eich zum 2:0 zu tunneln. Den dritten
Treffer erzielte mit Chibuike Okeke ebenfalls ein Ergänzungsspieler
(80.). So wurde das Spiel nach einem furchterregenden Beginn
noch zu einer klaren Angelegenheit für die Gastgeber, während
Saarbrücken zumindest in der ersten Halbzeit fußballerisches
Können präsentierte, jedoch auch im vierten Spiel hintereinander
ohne Torerfolg blieb.
Im
Gegensatz zum 1:0-Sieg bei Schweinfurt 05 setzte Union-Trainer
Georgi Wassilev auf eine offensivere Variante und brachte mit
Durkovic einen dritten Angreifer, Ernemann blieb nur der Platz
auf der Bank. Aber auch die Gäste von der Saar machten deutlich,
dass sie den allerletzten Strohhalm ergreifen wollten und griffen
mit drei Stürmern an.
In den ersten 45 Minuten war in der Alten Försterei
nicht zu erkennen, welches der beiden Teams gegen den Abstieg
kämpft und wer sich noch berechtigte Chancen auf den Aufstieg
machen darf. Der FCS gestaltete die Partie offen und hatte gegen
die unmotiviert wirkenden Hauptstädter sogar die besseren
Möglichkeiten, doch Zählbares sprang bei den Bemühungen
nicht heraus.
Union
kam erst in der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit etwas
in Schwung, doch außer einer Chance durch Koilov (29.),
der FC-Keeper Eich an den Rücken schoss, brachten auch die
Eisernen nichts zu Stande.
Nach
dem Seitenwechsel fand Union endlich ins Spiel und erhöhte
den Druck. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten:
Der eingewechselte Isa erzielte in der 55. Minute das 1:0 für
den Pokalfinalisten der letzten Saison.
Die
Führung gab Union Sicherheit und entmutigte die Saarländer.
Berlin war fortan die bestimmende Mannschaft, der FCS konnte
nicht mehr an die gute Leistung der ersten Hälfte anknüpfen.
Folgerichtig fielen die Tore auf Seiten der Eisernen:
Torjäger Ristic erhöhte sein Torkonto in der 77. Minute
auf zwölf Treffer, der eingewechselte Okeke traf nach 81
Minuten zum 3:0.
Saarbrücken
wehrte sich in der ersten Hälfte tapfer, konnte im zweiten
Abschnitt gegen sich steigernde Berliner aber nichts mehr zusetzen.
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Der
1. FC Union Berlin geht als klarer Favorit ins Duell mit dem
1. FC Saarbrücken. Erstens haben die Saarländer zuletzt
desolat gespielt, zweitens konnte in der 2. Liga bisher nur Hannover
96 mehr Heimsiege verbuchen als die Eisernen.
Die
Berliner sind zudem hervorragend aus der Winterpause gekommen.
Fünf Siege und ein Remis stehen zu Buche. Deshalb liebäugelt
man an der Wuhlheide inzwischen sogar wieder mit dem Aufstieg.
Zwar beträgt der Rückstand auf Platz drei sechs Punkte,
trotzdem beantragten die Köpenicker sicherheitshalber eine
Lizenz für die Bundesliga.
Personell
kann Trainer Georgi Wassilev aus dem Vollen schöpfen. Anlass
zu großen Veränderungen gibt es nach den jüngsten
Erfolgen aber nicht. Nur auf der linken Außenbahn könnte
Jiri Balcarek in die Anfangsformation rutschen. Cristian Fiel
hat auf dieser Position zuletzt nicht überzeugt.
Der
Coach des 1. FC Saarbrücken, Tom Dooley, hat sich bereits
mit dem Abstieg abgefunden. Er traut seiner Mannschaft nicht
mehr zu, die zwölf Punkte bis zum rettenden Ufer aufzuholen.
Die zuletzt gezeigten Leistungen geben Dooley recht. Beim 0:5
in Duisburg sowie beim 0:3 gegen die SpVgg Greuther Fürth
war der FCS ohne Chance. Nicht nur am Spielvermögen, sondern
auch an kämpferischer Einstellung hat es gemangelt.
Von
den Langzeitverletzten der Saarländer wird am Freitag keiner
zurückkehren. Speziell in der Offensive fehlt es dadurch
an Durchschlagskraft. Hinzu kommt, dass sich nach der Pleite
gegen Fürth mit Adiele Echendu, Raphael Susic und Thomas
Winkelhofer auch noch einige Verteidiger krank gemeldet haben..
Bisher
gab es zwischen Union Berlin und dem 1. FC Saarbrücken noch
keine Partie an der Alten Försterei. Das Hinspiel in Saarbrücken
gewannen die Berliner mit 3:2.
Ferners
Dilemma mit dem 1. FCS
Aufstieg
anpeilen oder Spieler fördern? - Vor dem Spiel gegen Hasborn
muss der Amateur-Trainer nur zwei Jungs abgeben
- Von
MICHAEL KIPP -
Saarbrücken.
Ein Dilemma (griech.: zweigliedrige Annahme) ist eine schwierige
oder ausweglose Situation. So schreibt es das philosophische
Lexikon. Ein Mensch der - wie es so schön heißt -
in einem Dilemma steckt, der steht vor zwei Wahlmöglichkeiten,
von denen er eine ergreifen muss. Das Problem daran ist, dass
beide Möglichkeiten zu einem unerwünschten Ergebnis
führen.
Dieter
Ferner steckt als Trainer der zweiten Mannschaft des 1. FC Saarbrücken
genau genommen in einem ständigen Dilemma. Auf der einen
Seite möchte er mit seiner jungen Mannschaft von der Fußball-Verbandsliga
in die Oberliga aufsteigen, auf der anderen Seite möchte
er so viele Spieler wie möglich an die erste Mannschaft
heranführen, ihnen die Möglichkeit geben, im Profigeschäft
Fuß zu fassen. "Wenn ständig die besten Spieler
nach oben gehen", sagt Ferner, "ist es für meine
Mannschaft allerdings doppelt so schwer, erfolgreich zu spielen."
Der
Balance-Akt zwischen den beiden Zielen gelang dem Trainer dieses
Jahr bisher sehr gut. Seine Mannschaft steht auf dem zweiten
Tabellenplatz und ist auf Tuchfühlung mit Spitzenreiter
SV Röchling Völklingen. Lediglich zwei Punkte beträgt
der Rückstand. Zudem sind aus seiner Mannschaft Spieler
wie Pierre Halle, Christian Weber und zuletzt Tamandani Nsaliwa
des Öfteren die einzigen Lichtblicke im tristen Zweitliga-Alltag
der Profis. Sie sind sogar so gut, dass Profi-Trainer Tom Dooley
vergangenen Freitag nach der 0:3-Niederlage gegen Greuther Fürth
bereits ankündigte, in Zukunft verstärkt auf Ferners
Verbandsligaspieler zu setzen. Ganz nach dem Motto: "Die
wollen wenigstens."
Ferners
Dilemma geht also weiter und ausgerechnet vor dem Spitzenspiel
am Samstag gegen den Tabellendritten Rot-Weiß Hasborn im
heimischen Sportfeld (15.30 Uhr) scheint es noch schlimmer zu
werden. "Ich werde wohl erst am Donnerstag erfahren, wer
mit den Profis zum Auswärtsspiel nach Berlin fliegen wird",
seufzt Ferner. Gestern erklärte Tom Dooley allerdings, dass
er für das Spiel in Berlin nur Tamadani Nsaliwa und Julian
De Guzman mitnehmen werde. "In der kommenden Woche soll
aber noch der ein oder andere aus dem Verbandsliga-Team bei uns
mittrainieren", sagt Dooley.
Bernd
Rohrbacher, dem Trainer von Rot-Weiß Hasborn, ist das im
Grunde egal: "Mir wäre es sogar Recht, wenn der FCS
mit seiner besten Formation auflaufen würde. Wenn wir dann
gewinnen, gäbe es keine Ausreden mehr." Und Hasborn
würde sich in der Tabelle am FCS vorbei schieben. Und das
obwohl Rohrbacher der Meinung ist, "dass wir von den drei
Spitzenteams wohl den schwächsten Kader haben." Dazu
kommt noch, dass der Trainer mit Björn Tarillon seinen gefährlichsten
Stürmer in der Winterpause abgeben musste. Tarillon traf
in der Vorrunde gleich 27 Mal. So oft, dass er jetzt bei den
Profis in Saarbrücken mitspielen darf. "Bisher haben
wir den Abgang von Björn gut verkraftet", meint Rohrbacher,
"in den ersten beiden Spielen haben wir auch ohne ihn neun
Tore geschossen. Uns zeichnet besonders der Zusammenhalt aus.
Die Jungs können kämpfen und rennen. Wenn sie das auch
am Samstag machen, gewinnen wir." Und dann wäre Ferners
Dilemma wieder etwas größer.
Hach: "Zu
viele Träumer am Werk"
Ex-Saarbrücker
steuert mit Greuther Fürth in die erste Liga - Für
seinen ehemaligen Klub hat er wenig positive Worte übrig
- Von
JÖRG HEINZE -
Saarbrücken.
Dass der Trainer des Gegners nach dem Schlusspfiff von den Saarbrücker
Fans gefeiert wird, kommt sicher auch nicht alle Tage vor. Doch
Eugen Hach hat eben immer noch einen ganz besonderen Ruf in Saarbrücken,
schließlich stand er in seiner Zeit als Aktiver im Dress
der Blau-Schwarzen für die Tugenden "unbedingter Einsatzwille"
und "Kampf bis zum Umfallen".
Etwas,
was man bei den Gehalts-Empfängern (der Begriff Fußballspieler
ist für viele nicht angebracht) heute beim Noch-Fußball-Zweitligisten
1. FC Saarbrücken meist vergeblich sucht. Auch die Bezeichnung
"ungeordneter Hühnerhaufen" wäre schmeichelhaft,
denn selbst bei diesen Tierchen herrscht wohl mehr Ordnung als
derzeit beim FCS auf dem Rasen. Trainer Tom Dooley hatte vor
dem 0:3 gegen Greuther Fürth am vergangenen Freitag an die
Ehre seiner Angestellten appelliert, doch offenbar hatten die
meisten in der Umkleide-Kabine die Ohren auf Durchzug gestellt.
Auch
die Ansage, dass Platz 15 ja auch im Hinblick darauf interessant
sein könnte, dass zum Beispiel Karlsruhe oder auch andere
Teams Lizenzprobleme bekommen könnten, kam bei den Saarbrücker
Trikot-Trägern offenbar nicht an. "Das ist für
mich unbegreiflich", schüttelte Tom Dooley am späten
Freitagabend wieder einmal den Kopf.
Mit
Anstand solle sich der 1. FC Saarbrücken aus der zweiten
Liga verabschieden, hatte Dooley gefordert. Offenbar hatten viele
die erste Silbe nicht gehört, sondern nur "Stand"
verstanden. Wie sonst ist es zu erklären, dass die Mannschaft
am Freitag über weite Strecken nur Stand-Fußball praktizierte?
Wie so oft war es Peter Eich zu verdanken, dass es kein 0:6 gab
oder die Niederlage noch höher ausfiel. Bezeichnend war
auch, dass neben Eich der Verbandsliga-Spieler Nsaliwa der einzige
Lichtblick war.
Ganz
anders die Elf von Trainer Eugen Hach. Die Fürther kombinierten
nach Belieben und hatte selbst in der zweiten Halbzeit, als die
"Kleeblätter" zwei Gänge zurück schalteten,
noch vier, fünf gute Chancen. Greuther Fürth hat einen
Lauf. Sieben Spiele in der Rückrunde, sieben Siege. Eugen
Hach hat aus einer durchschnittlichen Mannschaft einen heißen
Aufstiegskandidaten geformt. Kein Wunder, dass der 41-Jährige
zufrieden ist: "Die Mannschaft ist in einer Verfassung,
dass sie wirklich jedes Spiel gewinnen will. Sie ist diszipliniert
in der Ordnung und zieht unser System bis zum Schluss durch.
Egal, wie es steht."
Wenn
Hach dagegen auf die Situation des 1. FC Saarbrücken schaut,
blutet ihm ein wenig das Herz: "Das tut schon weh, wenn
man sich den FCS anschaut. Endlich hat der Verein die Entscheidung
getroffen, einen Trainer wie Tom Dooley zu holen. Jemand, der
wirklich etwas aufbauen will. Allerdings kann man nur hoffen,
dass er auch die Zeit bekommt, damit seine Pläne greifen
können." Auch Eugen Hachs Name wurde immer wieder als
Trainer in Saarbrücken gespielt. Doch so manch einer der
Entscheidungsträger im Verein wollte den Querdenker nicht
haben. Warum? "Vielleicht hatten einige Leute Angst, dass
plötzlich jemand kommt, der sagt, was Sache ist und was
hier wirklich passiert", sagt Hach mit süffisantem
Unterton. "Man darf ja Träume haben, doch man sollte
kein Träumer sein. Und hier in Saarbrücken sind seit
langem zu viele Träumer am Werk."
Deshalb
gab es auch nie ein konkretes Angebot für Hach. "Es
stimmt schon, dass mich immer wieder Leute aus dem Umfeld des
FCS angesprochen haben, aber von den Verantwortlichen niemand."
Doch Hach dürfte ohnehin froh sein, dass er nach seiner
Entlassung in Aachen bei Greuther Fürth einen neuen Job
gefunden hat. Der Aufstieg ist für die "Kleeblätter"
längst in greifbare Nähe gerückt. Dass sich seine
Jungs auf den sieben Erfolgen in Serie ausruhen, ist kaum zu
befürchten. Seit Jahren wollen die Franken in Liga eins,
jetzt endlich haben sie die Chance. "Außerdem",
sagt Hach, "haben die Jungs einen Trainer, der schon zu
verhindern weiß, dass einige abheben." Sollte Eugen
Hach aufsteigen, wäre wenigstens ein Saarbrücker in
der kommenden Saison in der ersten Liga.
Dooley
beendet Kapitel zweite Liga
Saarbrücken
(hei). Der 1. FC Saarbrücken ist abgestiegen. Auch wenn
der Fußball-Zweitligist rein rechnerisch noch die Chance
hat, in der Liga zu bleiben, ist der Zug seit Sonntag endgültig
abgefahren. Trainer Tom Dooley war nach der 0:5-Klatsche beim
MSV Duisburg "maßlos entäuscht" von seiner
Mannschaft, die am Sonntag keine war. "Mit der Leistung
von Duisburg könnten wir nicht mal in der Regionalliga bestehen.
Meine Spieler haben gezeigt, dass sie sich schon aufgegeben haben.
Duisburg hat uns eine Lehrstunde in Sachen Fußball mit
Herz erteilt. Ab heute beginnt die Planung für die Regionalliga",
beendete Dooley das Kapitel zweite Fußball-Bundesliga.
Der Trainer: "Wir werden sofort anfangen, Gespräche
zu führen um zu sehen, wer bereit ist, einen Neuanfang in
der Regionalliga mitzumachen. Diese Spieler werden in den verbleibenden
Spielen verstärkt eingesetzt." Man darf allerdings
gespannt sein, ob Dooley überhaupt noch elf Spieler zusammenbekommt.
Am Freitag ist die Spielvereinigung Greuther Fürth (19 Uhr)
zu Gast im Ludwigspark.
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