Abi rum, trotzdem dumm!
Die Pisastudie für Lehrer
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Siebenundzwanzig Lehrer waren auserkoren und von - sage und schreibe - vierzehn erhielten wir die Umfragen zurück. Bei einigen LehrerInnen verschwanden die Umfragen in den ewigen Abgründen ihrer Taschen; auch doppelte Ausgabe half nix. Andere machten sich erst gar nicht die Mühe auch nur den Stift in die Hand zu nehmen (oder waren sie etwa überfordert?). Uns ist besonders aufgefallen, dass so manche LehrerInnen Schwierigkeiten mit der pünktlichen Abgabe hatten. Immer wieder mussten wir die LehrerInnen ansprechen, und als Antwort bekamen wir stets nur ein Murmeln. Worin lagen bloß die Schwierigkeiten? Immerhin hat uns Herr Köhler den Fragebogen am selben Tag noch zurückgegeben, und kann somit nicht allzuviele Hilfsmittel benutzt haben. Einige seiner Kollegen/-innen mussten dann wohl doch des öfteren mal nachschlagen, obwohl die Fragen aus Einstellungstests stammen, in denen Hilfsmittel verboten sind.

Die Umfrage bestand aus drei Bereichen (die zu erreichenden Punktzahlen sind in Klammern angegeben):

 

I. Logisches Denken

1. Es ist bekannt, dass Waschmaschinen brüllen können. Was nicht brüllen kann, kann auch nicht waschen.

a) Alle Waschmaschinen können nicht brüllen.

b) Einige Waschmaschinen können nicht brüllen.

c) Einige Waschmaschinen können waschen.

d) Wenn Waschmaschinen nicht brüllen könnten, könnten sie auch nicht waschen.

e) Was wäscht kann auch brüllen.

Richtig wären die Antworten d) und e) gewesen. (2 Punkte; für jede falsche -1 Pkt.)

Herr Wurmbach war der einzige der die Aufgabe komplett gelöst hat, Her Köhler antwortete mit b) und Frau Neckenbürger machte keine Angaben. Alle anderen Lehrer antworteten entweder mit d) oder e).

 

2. Nur schlechte Menschen betrügen oder stehlen. Elfriede ist gut...

a) Elfriede betrügt.

b) Elfriede stiehlt.

c) Elfriede betrügt nicht.

d) Elfriede betrügt und stiehlt.

e) Elfriede betrügt nicht.

Da wir ja keine Unmenschen sind hatten wir die richtige Antwort gleich 2-mal hingeschrieben, um keinen Joker verspielen zu müssen ; ) Logisch gefolgert wären c) und e) richtig gewesen. Aber wer oder was ist Elfriede? (für die logischen Folgerungen zusammen 1Pkt., beir einer falschen Antwort -1/2 Pkt., für die Frage nach Elfriede 2 Punkte.)

2 machten uns darauf Aufmerksam, dass es eine "uneindeutige" Aufgabenstellung wäre und gaben uns eine zusätzliche richtige Antwort: Elfriede stiehlt nicht. 4 waren falsch, 7 waren richtig, nur Frau Neckenbürger machte wieder keine Angaben. Aber keiner fragte nach Elfriede.

 

II. Allgemeinwissen

(Für jede richtige Antwort 1 Pkt.)

1. Was ist ein Kolbenfresser?

Frau Mayr-Naßenstein: "Mein Mann sagt: ein festgefahrener Motor."

Herr Schmidt: "Ein teures Vergnügen (für den Eigentümer, nicht für den Motor!)"

Herr Genee: "Ein Tier, das Maiskolben frisst!? Defekt am Motor."

Herr Rüffin: "Putter Motor."

Herr Steffen: "Eine/r, der gern Maiskolben vertilgt."

 

2. Wie heißt die NS7 wirklich?

Herr Gerhard: "Diverse.....-Ring (Oviedo,....)"

Herr Wurmbach: "Ist das eine Straße?"

Herr Genee: "Ewige Baustelle? L 705?"

Frau Mayr-Naßenstein: "a) Sheffield-Ring; b) Nationalstr. 7; c) deutsche Übersetzung für den norwegischen Riksvej 7 (NS7), der an der Küste entlangführt."

Lediglich 2 Lehrer (Herr Ernst und Herr Steffen) beantworteten die Frage richtig: Donezk-, Oviedo-, Sheffield- und Nordhausen-Ring.

 

3. Was versteht man unter dem odeonthologischen Begriff der Ethik (gemeint war deonthologisch, worauf uns tatsächlich 2 Lehrer hinwiesen)

Herr Wurmbach: "Wüsst ich auch gerne."

Her Steffen: "Bestimmt was ganz wichtiges!"

Frau Kapp-Venghaus: "??? Hauptsache man hat überhaupt eine."

Frau Neckenbürger: "Bin ich Reli-Lehrer?"

Herr Rüffin: "Vielleicht: Moral ist die Infusion von Schokolade in die Venen der Menschheit???"

Herr Genee: "Etwas von oben herab betrachtet."

 

4. Was ist laut Kant "Aufklärung"? Wir bitten um die genaue Definition.

Frau Neckenbürger: "Cogito ergo sum. Ich denke also bin ich existent. Also bin ich als denklendes Wesen existent und damit aufgeklärt.

Herr Kessler: "Rationalismus"

Nur 2 gaben keine Antwort

 

5. Formulieren Sie den Satz des Thales!

Frau Neckenbürger: "h²=b*a???"

Herr Kessler: "Konnte ich mal vor langer Zeit."

Herr Steffen: "a²+b²=c² (Pythagoras, der Sohn des Thales)"

Herr Wurmbach: "Eine Frage für Mathe-Lehrer."

Alle anderen (bis auf Herrn Köhler) gaben eine mehr oder weniger richtige Definition.

 

6. Wer ist Newt Gingrich?

Herr Kessler: "Keine Ahnung"

Frau Kapp-Venghaus: "Nie gehört! (Neuer Schüler?)"

Herr Viehl: "1. amerikanischer Politiker (Republikaner); 2. Hauptdarsteller des Films "Execution"."

 

7. Was ist Reduktion

Herr Köhler: "Verringer, z.B. Soße einkochen."

Herr Rüffin: "Schülermethode zur Reduzierung des Unterrichtsangebots der Lehrkräfte."

Frau Kapp-Vebghaus: Das zurückführen eines komplizierten Sachverhalts auf einen einfachen."

Herr Viehl: "Ein Atom oder Molekül nimmt Elektronen auf, z.B. CuO+Mg->Cu+MgO (...)"

Herr Steffen: "Gegenteil von Oxidation."

 

8. Wann lebte Michelangelo?

Frau Neckenbürger: "So ca. 1350???"

Herr Kessler: "14.-15 Jhdt.?"

Herr Genee: "1475 - 1564, oder ist der Turtle gemeint?"

Herr Ernst: "13./14. Jhdt."

Herr Wurmbach: "Irgendwann im 15./16. Jahrhundert."

Herr Gerhard: "Früher."

 

9. Nennen Sie drei Opern von Wagner!

Herr Gerhard: "Lohengrin und 2 weitere (glaub ich)."

Alle anderen wussten mindestens zwei.

 

10. Auf keinen Fall kann ein Lichtstrahl...

a) in seine Spektralfarben zerlegt werden.

b) umgeleitet werden.

c) reflektiert werden.

d) verstärkt werden.

e) durch ein Brennglas gebündelt werden.

f) durch eine Konvexlinse zerstreut werden.

Richtig wäre Antwort f) gewesen.

Nur vier hatten diese Frage richtig beantwortet.

 

III. Allgemein gefragt

1. Aeußern Sie sich knapp zu folgenden Themen

a) Emanzipation der Frau

b) Abitur

c) Lindenstraße

d) Fußballbundesliga

zu a)

Herr Köhler: "Prima"

Herr Kaufmann: "Macht Männer zu einer unterdrückten Minderheit."

Frau Mayr-Naßenstein: "Wäre schön."

zu b)

Herr Gerhard: "Gibt es fast umsonst."

Herr Kessler: "Nicht für jeden, nicht umsonst."

Frau Mayr-Naßenstein: "Habt ihr euch verdient."

Herr Ernst: "Muss nicht unbedingt sein."

zu c)

Frau Kapp-Venghaus: "Gibts die etwa immer noch?"

Herr Ernst: "Rentner-Soap-opera"

Frau Neckenbürger: "Ist überflüssig wie ein Kropf und schon uralt."

zu d)

Herr Rüffin: "Konglomerat verwöhnter Kinder."

Frau Neckenbürger: "Ist superspannend, aber leider nur noch Geldmacherei."

Herr Genee: "Erwachsene Männer spielen Ball."

Herr Wurmbach: "Sehr spannend. Wer wird Meister? Bayern München oder Bayern München?

Frau Kapp-Venghaus: "Das heutige "Opium fürs Volk"."

 

2. Führen Sie dieses berühmte Filmzitat zu Ende: "Liebling, ich möchte sofort mit dir..."

Frau Kapp-Venghaus: "Geschirr abwaschen."

Frau Mayr-Naßenstein: "Buchungssätze bilden."

Herr Kaufmann: "französisch....essen gehen."

Herr Rüffin: "zum ALDI (???)"

 

3. Was haben folgende Personen gemeinsam: Ilona Christen/Bärbel Schäfer/ Arabella Kiesbauer/Jack the Ripper?

Herr Steffen: "Das "R"."

Frau Neckenbürger: "Alle haben einen kleinen oder größeren Schaden."

Herr Wurmbach: "Sie alle terrorisier(t)en unsere Gesellschaft durch physische oder psychische Gewalt."

Herr Ernst: "Alle sind tötlich."

Herr Gerhard: "Bilden eine ernste Gesundheitsgefahr."

 

4. Welche drei Begriffe assoziieren Sie mit unserer Stufe?

Herr Gerhard: "Defizit - Einsicht - Gleichgültigkeit"

Frau Kapp-Venghaus: "1. Gottseidank; 2. endlich; 3. vorbei"

Herr Viehl: "Durchhaltevermögen - Diligenz - Chaostheorie"

Herr Kessler: "arbeit - Nerven - Ueberraschungen"

Herr Köhler: "Fehlstunden - sehr ruhig - große Leistungsunterschiede"

Frau Neckenbürger: "dreist - uneinig - kompronissunfähig"

Herr Rüffin: "Nichtangriffspakt - Egotaktiker - Wackelpudding" Kommentar: "HAEH???"

 

5. Resümieren Sie in vier oder weniger Sätzen den Entwicklungsprozess unserer Jahrgangsstufe (Gemeint ist nicht die wundersame Autovermehrung auf dem Lehrerparkplatz)!

Herr Rüffin brachte es auf den Punkt: "In 36 Monaten vom Status: "Ich weiß, dass ich nichts weiß" zum Status: "Ich glaube zu wissen, dass ich was wissen müsste - aber was??"."

Herr Viehl: "Gab es einen?"

Frau Mayr-Naßenstein: "AB 27 + 1 Mehrung - 14 Minderung = EB 14"

 

6. Geben Sie eine Lexikonreife Definition des Wortes "Schüler"!

Frau Kapp-Venghaus: "Zweibeinige Lebewesen, die abends nicht ins Bett kommen, morgens schlecht heraus, den ganzen Tagüber pennen, das Leben für einen Witz halten, nur auf die Ferien warten und dafür auch noch einen Schulabschluss erwarten."

Frau Mayr-Naßenstein: "Schüler sind auch nur Menschen."

Herr Schmidt: "Ein Schüler (weibl.Schülerin) ist ein meist jüngerer Mensch, der die Institution Schule besucht und dort unterrichtet wird. Dabei sind die Phänotypen "böser Schüler" und "lieber Schüler" zu unterscheiden. Der "böse Schüler" ist ein Meister der Ver-meidungsstrategien, der sich aller Rechte wohl bewusst ist und sie ggfls. einklagt,seine Pflichten jedoch ignoriert, bzw. nicht zu kennen vorgibt. Im Falle des Misserfolgs sucht er die Schuld zunächst beim Lehrer, dann bei der Schule, dem Elternhaus, dem Lehrer, der Schulleitung, dem Fach, dem Lehrer, der Krankheit, dem Lehrer,... . (Uebrigens wohl der einzige Fall, in dem er nicht zunächst an sich selber denkt!) Der "liebe Schüler" sind dann die übrigen!"