TEENAGE MUSCLE

Gesundes Selbstbewußtsein

Von R. Harris (Sportrevue 6/96)

IN DER PUBERTÄT IST ES MIT DEM SELBSTBEWUSSTSEIN OFT NICHT WEIT HER: VIELE JUGENDLICHE KÖNNEN SICH SELBST NICHT AUSSTEHEN. Du versuchst nicht nur, so beliebt zu sein und so gut auszusehen wie die tollen Hechte in der Schule - zu allem Überfluß vergleichst Du Dich auch noch mit den Pop-Stars auf MTV und den umschwärmten Helden von TV-Kultserien wie "Beverly Hills, 90210". Dieser ständige Stress führt viele Jugendliche dazu, sich selbst nicht leiden zu können und sich nirgends zugehörig zu fühlen. Fehlendes Selbstbewußtsein und das Bedürfnis nach Anerkennung verleiten viele Teenager dazu, sich den falschen Umgang zu suchen, drogensüchtig zu werden oder in Extremfällen gar Selbstmord zu begehen. Die Lösung des Problems ? Krafttraining.

Die mir bekannten Jugendlichen, die Krafttraining betreiben, sind dank dieses Hobbys emotional und sozial stabiler geworden. Mich persönlich hat Bodybuilding vor einem Leben bewahrt, in dem ich mich wegen meines Aussehens gehaßt und mir wie ein Aussätziger vorgekommen wäre. Ich glaube fest daran, daß der Eisensport für jeden Jugendlichen mit psychischen Problemen die Rettung sein kann.

Krafttraining verändert den Körper, macht ihn stärker, muskulöser und attraktiver für das andere Geschlecht. Es zeigt dem Betreiber, daß er oder sie wenigstens einen Lebensbereich im Griff hat und ein gestecktes Ziel mit harter Arbeit und Durchhaltevermögen zu erreichen vermag. Es bedeutet die Hinführung zu einem gesunden Lebensstil und zu Gleichgesinnten, die ebenfalls leistungsbereit und gesundheitsbewußt und daher Taugenichtsen, die ihre Freizeit mit Trinken, Shit-Rauchen oder kriminellen Aktionen verplempern, tausendmal vorzuziehen sind. Ich selbst habe miterlebt, wie Krafttraining brutale Rowdies in respektable junge Männer, schüchterne Klemmis in fröhliche, extrovertierte Jungs und pummelige Mädchen, die sich kaum in die Öffentlichkeit trauten, in stolze Frauen mit attraktivem Körper verwandelte. Natürlich findet nicht jeder soviel Spaß am Krafttraining, daß er ihm ein Leben lang treu bleibt, doch denjenigen unter Euch, die bereits die Früchte ernten, schlage ich vor, daß Ihr Eure Freunde einladet, wenigstens einmal mit Euch zu trainieren. Gut möglich, daß Ihr ihnen damit in einer Phase, in der sie es am nötigsten haben, eine Aktivität erschließt, die sie ein Leben lang als lohnende Bereicherung schätzen und dankbar für sie sein werden.

Klar kann Bodybuilding nicht sämtliche Ängste der Pubertät wegfegen, doch es bildet auf alle Fälle eine positive Alternative zu den vielen Negativeinflüssen, für die ein schlechtes Selbstbewußtsein nun mal empfänglich macht. Wenn mehr Jugendliche Bodybuilding betreiben würden, sähe unsere Zukunft rosiger aus. Ihr müßt eure Kumpels nur überzeugen!