Die Tanzgeschichte gleichgeschlechtlicher Paare in Österreich
The History of Same-Sex Dancing in Austria
Tanzkurse, Tanzabende, Feste und Bälle für Lesben und Schwule kamen in der zweiten Hälfte der 80er Jahre in Holland und Deutschland groß in Mode. Zur gleichen Zeit entwickelte sich auch die lesbische Tanzkultur von Wien. Bereits 1987 wurden von Bettina und Birgit regelmäßige Tanzabende für Frauen veranstaltet: zuerst im Frauenzentrum in Wien und ab 1989 (bis heute) im HOSI-Zentrum. Als Ballrooom Dancing für gleichgeschlechtliche Paare zur Sportdisziplin avancierte, nahmen drei Paare aus diesem "Frauen/Lesben-Tanzklub" am Turnier der Eurogames in Frankfurt 1995 teil. Danach hat sich diese Gruppe "Resis.danse" genannt und war unter diesem Namen bei größten Turnieren in Europa immer vertreten. Bei den Gay Games 1998 in Amsterdam kämpften bereits 8 Frauenpaare aus Österreich in den Klassen C und D um Medailen. Dort hatte auch das erste Männerpaar Markus/Erwin (beide Tanzlehrer aus Wien) seinen Auftritt (Standard A und Latein B, 4. Platz).
Die aufgeschlossene Atmosphäre und das verstärkte Interesse
führten dazu, daß in der Wiener Tanzschule Stanek 1997 auch Männerpaare zu Kursen
zugelassen wurden (Frauenpaare durften dort bereits einige Jahren früher tanzen). Seitdem
sind Frauen- und Männerpaare bei verschiedenen Anlässen der schwul/ lesbischen Kultur in
Wien nicht mehr wegzudenken. Sie marschierten bei den CSD Paraden, bildeten das Eröffnungskommittee beim
Regenbogenball (mit Quadrille und Wiener Walzer), tanzten bei der 20jährigen
Jubiläumsfeier der HOSI im Rathaus (März 2000) usw.
Als echter Meilenstein muß das erste Tanzturnier für gleichgeschlechtliche Paare in Österreich, Blue Danube Cup 2001, organisiert von Rainbow Dancers Austria am 3.Juni, genannt werden. Neben vielen Paaren aus dem Ausland nahmen daran auch 11 Tanzpaare aus Wien teil (9 Frauen- und 2 Männerpaare). Im Publikum befanden sich zahlreiche Trainer und aktive TanzsportlerInnen des OeTSV, die sich mit Begeisterung über die tänzerische Leistung äußerten. Eine Erweiterung der Frauentanzkultur stellt der im Herbst 2001 gegründete frauenTanzclub "sistaDance" dar, der Feste, Formationstanzeinlagen und Workshops anbietet.
Während sich der Verein Resis.danse hauptsächlich dem
Breitensport Tanzen ausschließlich für Frauen widmet, ist die
informelle Gruppe Rainbow Dancers
(als Sektion des Vereins Rainbow Sport Austria) für den Tanzsport sowohl von Frauen wie
auch von Männern zuständig. Diese Website wurde April 2000 gegründet und will nützliche Informationen zum Thema Turniertanz
liefern.
Seit Sommer 2000 gab es rund ein Dutzend gleichgeschlechtliche Turnierpaare, was sie zahlenmäßig auf der 4. Stelle in Europa stellte (nach Deutschland, Holland und Großbritannien). Betreut waren sie von mehreren professionellen TrainerInnen, nachdem einige Wiener Tanzsportklubs ihnen die Mitgliedschaft und Traningsmöglichkeiten anboten.
Im österreichischen Team für die Gay Games 2002 in Sydney, Australien bildeten TänzerInnen eine starke Gruppe (5 Paare) und brachten 3 Goldmedaillen nach Hause. Damit waren sie die erfolgreichste Sportsektion innerhalb des Pride Teams Austria. Ab April 2003 begannen fast alle Wiener EQuality-Turniertanzpaare (Frauen und Männer) im LaBi-Studio zu trainieren, betreut von B. Jung und L. Oedegaard. Insagesamt gab es zu diesem Zeitpunkt 10 aktive Frauen- und Männerpaare. Leider verzeichnete man seitdem keine neuen Tanzpaare, sodaß sich die gesamte Zahl zusätzlich durch einige Rücktritte und Trennungen eher reduzierte.
Bei Eurogames München 2004 hat das Paar Agnes Schneider - Regina Sterbik die Silbermedaile in latein-amerikanischen Tänzen A Klasse Frauen gewonnen (die beste Platzierung aus der österreischischen Sicht bis jetzt).
2006 zogen sich einige Top-Paare aus dem aktiven Tanzsport zurück. Derzeit (2008) nehmen an den Turnieren lediglich 3 Frauenpaare teil. In den Vorstand der 2006 ins Lebens gerufenen European Same-Sex Dance Association (EESDA) wurden Rowsitha Wetschka und Andrzej Selerowicz gewählt.
Das Vienna Dance Contest, ein internationales Tanzturnier, welches jedes Jahr gegen Ende September in Wien veranstaltet wird, entwickelte sich dafür zu einer Musterveranstaltung, insbesondere im bezug auf die Organisation.
Aktive Paare 2008:
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Karin Erhart
- Andrea Tano Karin war dabei, als der gleichgeschlechtlicher Tanzsport in Österreich startete. Sie war Mitbegrüderin der Resis.dance, eine Frauentanzgruppe, die bis heute existiert. Mit einigen Tanzpartnerinnen startete sie bei internationalen Turnieren seit 2000 und ist somit wohl die erfahendste Tänzerin im Lande. Insbesondere im Standard erzielte sie mehrere Top-Platzierungen. Seit ca 1 Jahr hat sie in Andrea Tano eine perfekte Partnerin gefunden. Sie qualifizierten sich oftmals in Finali A Klasse Standard der Frauen und gewanen mehrere Pokale (2. Platz bei VDC Wien 2007, 2. Platz Beim Nikolausturnier Köln 2007) und vor allem 1. Platz beim VDC 2008, A Klasse in Wien).
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Johannes Schrattenholzer -
Werner Mayrhofer Das "jüngste" Männertanzpaar in Wien; Ihr erstes Turnier war Berlin 2008, wo sie eine C Klasse in beiden Stilen getanzt hatten. Auch bei VDC 2008 in Vienna waren sie in dieser Klasse zu sehen. Sie trainieren im Tanzsportkluib Casino in Wien.
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Diana Voigt - Raphaela
Grabmayr Bei ersten Turnieren meldeten sie sich 2005. Die Prämiere bei Pink Jukebox London in Sta war sehr gelungen (6. in C Klasse). Bei Eurogames Utrecht waren sie ins Finale der C Klasse Sta Frauen. Seitdem nehmen sie an vielen Turnieren im In- und Ausland teil und verbessern ständig ihre Leistung (Standard B-C). Leider verfolgen sie immer Knieverletzungen, wodurch sie oft pausieren müssen.
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Vor 2007 gab es folgende Tanzpaare in Österreich:
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Roswitha Wetschka - Helga Eberherr: Roswitha war früher eine der aktivsten Organisatorinnen des Vereins Resis.danse. Zusammen mit Bettina Froelian war sie jahrelang das beste Frauentanzpaar Österreichs bei mehreren Turnieren seit 1995. Mit Helga tanzt sie seit Herbst 1999. Beim Turnier in Hannover 2000 erreichten sie den 3. Platz in der Latein und Halbfinale im Standard (beides noch in C Klasse). Bei Eurogames in Zürich konnten sie den tollen 2. Platz in Latein B belegen. Sie waren lange das beste Lateinfrauenpaar im Lande. Berufsbedingt tanzen sie leider nur bei wenigen Turnieren. Ihr jüngster Erfolg ist sicherlich die Silbermedaille im Lat B Frauen bei den Eurgames Utrecht 2005. Roswitha gemeinsam mit Helga stellte 2001 in Wien den frauenTanzclub sistaDance auf die Beine. Darüber hinaus interessiert sich Roswitha sehr für die Trainer-Arbeit und unterrichtet gerne neue Tanzpaare in Wien bei speziellen Tanzkursen der LaBi-Academy. 2007 wurde sie Co-Präsidentin der ESSDA und übersiedelte nach London. Derzeit tanzt sie mit Del Plasse (Latein B Klasse). |
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Die Leidenschaft zum Tanzen entdeckten sie als Fans bei den Gay Games 1998. Danach wurden sie zu Pionieren des Männertanzes in Wien. Bei ihrem Turnierdebüt in Groningen/NL, 1999, erzielten sie gleich den 1. Platz im Sta B. Seitdem nahmen sie regelmäßig an vielen Turnieren im Ausland teil, wo sie Standard und Latein tanzten (meistens B Klasse). Das erste Tanzturnier in Wien, Blue Danube Cup 2001, wurde von ihnen organisiert. Die Goldmedaille bei den Gay Games 2002 Sydney (Lat Sen) sowie ein Platz im Semifinale Sta A zählen sie zu ihren größten Erfolgen. 2003 gewannen sie Sta B in London und München. Bei Eurogames Utrecht 2005 waren sie im Finale Sta A Senioren. Sie sind privat seit 29 Jahren ein Paar. Beide sind ferner im österreichischen Tanzsport aktiv, helfen hauptsächlich in der Organisation von Austrian Open. Nachdem sie bei Gay Games in Chicago 2006 eine Silbermedaile (Standard Senioren) gewonnen hatten, beendeten sie ihre aktive Sportkarrieree. Andrzej wurde 2006 in den ESSDA Vorstand gewählt. Darüber hinaus gaben sie dem Österrreichen Fernsehen ORF einige Interviews und wurden durften auch bei Dancing Stars ihr Können zeigen. |
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Agnes Schneider - Regina Sterbik: Ursprünglich kommen sie von der Mainstream-Tanzszene Wiens
(TSK Casino). Ihr Debüt als Tanzpaar beim BDC 2003 brachte ihnen auf Anhieb
den 1. Platz in Latein B und
den Rang des besten österreichischen Lateinpaares. Seitdem tanzen
sie erfolgreich Latein A Klasse bei vielen Turnieren in Ausland. |
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Beide kommen zwar aus dem Tanzsport, aber als Paar begannen sie erst im Sommer 2002 bei Turnieren aufzutreten. Ihr gelungenes Tanzdebüt fand in Berlin statt, wo sie auf Anhieb gute Platzierungen in der A Klasse (Sta und Lat) erzielten. Bei BDC 2002 in Wien bestätigten sie ihre hohe Leistung (1. Sta B und 4. Lat A). Diese Ergebnisse platzieren sie seit 2002 als bestes Allround-Tanzpaar Österreichs. Bei dem Pink Jukebox Turnier in London (Februar 2003) avancierten sie, trotz der starken internationalen Konkurrenz, in die A Klasse sowohl in Standard, als auch in der Latein, wo sie seitem bei vielen Tanzturnieren im Ausland auftreten. Sie sind bekannt für ihre originelle Kostüme, für welche Alex, vom Beruf Modedesigner, zuständig ist. Leider auch sie zogen sich 2007 aus dem aktiven Tanzsport zurück. |
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Barbara Hufnagl - Babsi Biegl: Beide Babsis haben eigentlich lange und erfolgreiche Tanzkarierren mit anderen Partnerinnen hinter sich. Barbara Hufnagel startete mit Daniela Seebacher bereits bei Gay Games 1998 in Amsterdam. Vier Jahre später, bei GG 2002 in Sydney, konnte dieses Paar sogar das Finale im Sta A Frauen erreichen (dazwischen gab es die Goldmedaille bei Sta B, Eurogames 2000 in Hannover). Nach der Trennung begann sie seit 2004 mit Babsi Biegl zu tanzen, die wiederum früher mehrere Tanzerfolge zusammen mit Karin Erhart erzielte. Bei den Eurogames München 2004 gewanen sie die Silbermedaille in Lat C und ein Jahr später, in Utrecht 2005, verbesserten sie sich um eine Klasse (4. Platz in Latein B). Derzeit tanzen sie sowohl Latein (ihre Spezialität) als auch Standard. |
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Anette begann seit 1995 mit dem Turniertanz, tanzte in der C Klasse bei allen Eurogames und Gay Games 1998 mit verschiedenen Partnerinnen. Dann kam eine längere studienbedingte Pause. Mit ihrer neuen Partnerin Helga startete sie bei Gay Games 2002 in Sydney und erreichte die Qualifizierung für B Klasse im Standard. Später tanzten sie nur Latein. Seit 2004 pausieren sie. |
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Andrzej Selerowicz, updated February 2008