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Naürlich gibt es wieder mal Probleme. Seit ungefähr einem Jahr ist es praktisch unmöglich, von Stockholm aus irgendwohin zu gelangen, ohne, dass alles schief geht, sei es mit der Bahn, sei es mit dem Flugzeug.

Diesmal war es so:

Für meinen Trip nach Berlin wollte ich über die Homepage des Reisebüros einen Flug buchen. Ich habe mich also dort eingeloggt, alle meine Daten brav eingegeben, auf "weiter" gedrückt, und ... bekam die Meldung eines "Fehler 404" (die Seite existierte nicht). Ich versuchte es also noch mal, und noch mal, und noch mal. Ich rief daraufhin im Reisebüro an, erklärte die Situation und bestellte das Ticket telefonisch. Ich bekam auch die Telefonnummer der für die on Line-Buchung zuständige Stelle, versuchte dort anzurufen, kam aber nicht durch. Statt dessen sprach mit mir ein Automat, der mir höflich die Öffnungszeiten durchgab. Ich hörte natürlich nicht zu. Es war ein ganz normaler Werktagnachmittag. Nicht unbedingt zu spät, um ein Büro geöffnet zu haben.

Ich betrachtete die Angelegenheit damit als erledigt.

Gestern bekam ich mit der Post das Ticket, dass ich telefonisch bestellt hatte. Und heute?

Heute bekam ich das Ticket, dass ich über den Computer bestellt haben soll.

Zusammen mit dem Ticket kam ein kleiner Kassenzettel, und auf dem Kassenzettel stand eine Telefonnummer, eine andere, als die, die mir die Reisebüro-Angestellte damals am Telefon gegeben hat.

Ich rief natürlich sofort an. Wieder sprach ich mit einem Automaten, der mir erklärte, dass die Leitung momentan belegt sei, dass ich aber in der Warteschleife sei.

Ich war ziemlich lang in der Warteschleife. Alle dreissig Sekunden wurde das monotone "Piep" von einer Frauenstimme unterbrochen, die mir versicherte, ich befände mich immer noch in der Warteschleife, und mich darauf hin wies, ich könne, wenn ich wolle auch ein Ticket elektronisch über die Homepage buchen. Untermalt wurde diese Ansage von geschäftigem Stimmengewirr im Hintergrund, ungefähr so, wie wenn im Radio die Börsenkurse durchgegeben werden.

Muss ja Mords was los sein in dem Laden.

Nach einer Viertelstunde wurde der Hörer tatsächlich abgenommen, aber nur, um einen Sekundenbruchteil später, noch bevor ich irgendwas antworten konnte, energisch auf die Gabel geknallt zu werden.

Das ging zweimal so (ich habe inzwischen mit dem anderen Telefon gleichzeitig ebenfalls angerufen und wartete in Stereo). ABer aller guten Dinge sind drei, und beim dritten Mal hatte ich Glück. Linda war am Telefon, so ein Glück, sie wollte mich ohnehin anrufen. SAS hat meine Reservierung abgesagt, weil zwei Reservierungen auf meinen Namen für denselben Tag eingegangen wären (gar nicht dumm, diese SAS). Aber das Ticket?

Tja, da könne sie leider auch nichts machen, das Ticket sei bestellt und bezahlt. Ich fragte, wie das möglich sei. Normalerweise bekäme man auf dem Bildschirm eine Bestätigung, das die Transaktion abgelaufen sei. Das sagte sie wisse sie nicht. Sie wisse nur dass die Bestellung eingegangen sei, das Ticket ausgeliefert und bezahlt. Aber, versuchte ich, nachdem ich ja mehrere Male versucht habe, ein Ticket zu bestellen, müssten ja dann auch mehr Bestellungen eingegangen sein. Statt auf zwei Tickets müsste ich jetzt auf vier oder fünf Tickets sitzen. Linda schaute nach, ja das stimme, sie habe eine ganze Reihe Bestellungen von mir, aber in diesem Fall würden sie annehmen, dass der Betreffende sich nicht ausgekannt habe, und nur ein Ticket ausstellen. Und die Tatsache, dass ich keine Bestätigung erhalten hätte? Tja, das wisse sie auch nicht, aber wahrscheinlich sei MEIN Computer kaputt.

Darauf fiel mir dann keine Antwort ein, aber immer hin brachte ich sie soweit, dass ihr Boss mich anruft, wenn er vom Mittag essen kommt. Ich wäre eigentlich auch gern Mittag essen gegangen. Aber andererseits, mit einem schwedischen Boss habe ich noch nie telefoniert (höchstens mit meinem eigenen). Dafür kann man schon mal das Mittag essen sausen lassen. Mal schaun, was er mir zu erzählen hat.