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Da machst was mit.

Ellis Kaut: Pumuckl im Tierpark

Es war seit ungefähr zehn Jahren das erste Fußballspiel, dass ich mir im Fernsehn in voller Länge angeschaut habe. Schließlich mußte ich doch meine lieben Schweden unterstützen. Aber geholfen hat es nichts. 1:2 gegen Belgien. Das Laufen liegt ihnen eben nicht so. Selten sind sie mit dem Ball einmal durch das ganze Spielfeld gekommen. Höchstens, dass sie mal vorne den Ball mehr durch Zufall gekriegt hätten. Das eine Tor kam eigentlich auch mehr durch einen Hinterhalt zustande. Der belgische Torwart hat ihn sich gemütlich hingelegt, um abzuschießen, da kam von hinten ein Schwede, den er nicht gesehen hatte. Gegen Schluß zu wurde es zwar etwas besser, die Belgier sind einer anach dem anderen tot umgefallen, aber geholfen hat es doch nichts mehr.

Dummerweise habe ich ausgerechnet heute mein Tim-und-Struppi-T-Shirt an. Hoffentlich komme ich heil nach Hause.

7. Juni 2000

Auf der Suche nach einem griffigen und gleichzeitig aussagekräftigen Leitmotto für das Tagebuch kam mir der Sloganizer zu Hilfe. Bei diesem Programm gibt man drei Schlüsselwörter ein, in meinem Fall boten sich an Tagebuch, schwedisch und wunderbar. Jetzt stehe ich vor dem Problem, aus mehreren Kandidaten den richtigen auswählen zu müssen:

Fuer die Dame von Welt: Tagebuch - immer Freitags und zwischendurch!

Das wunderbare Hoffen pummeliger Triebe. Tagebuch!
Möchte wissen, wieso ein doofer Sprüche-Generator mit Schweden das Wort "pummelig" assoziiert

Tagebuch - Fuer die Dame von Welt: Schwedisch bis es juckt!

Komfort ohne Grenzen - Tagebuch: schwedisch, welch wunderbares Entzuecken!

Na, welchen soll ich jetzt nehmen?

Am vormittag war ich natürlich wieder bei meinem Freund Jan. Ich habe ihn ganz nebenbei darauf hinzuweisen versucht, dass ich eine Rechnung für seine Dienste nicht unbedingt benötige. Hoffentlich wirkt sich das auch für mich teilweise positiv aus.

Wenn ich von Jan komme, dann laufe ich normalerweise beschwingt und fröhlich von fünften Stock die Treppen runter. Hinauf nehme ich meistens den Fahrstuhl. Erstens geht es runter immer leichter als rauf, zweitens geht es nach dem Zahnarzt immer leichter als vorher, drittens bin ich, wenn ich komme jedesmal ohnehin ausser Atem, weil ich rennen musste, damit ich mich nicht verspäte.

Auch heute wollte ich, als ich die Praxis verlassen hatte, fröhlich die Treppen runterhüpfen, da stand schon eine Dame vor dem Fahrstuhl und meinte "Wir könnten doch zusammen fahren." Da diese Dame schon in etwas vorgerücktem Alter war, konnte ich nicht vortäuschen, ihr Angebot aus Schüchternheit abzuschlagen. Sie hatte schon etwas interessantes an sich. So etwas dahinschmelzendes. Das ist jetzt rein geometrisch zu verstehen. Ein sehr klein und sehr rot geschminkter Mund (wäre die Vorstellung nicht so grauenhaft, würde ich ein "Kussmund" sagen) war der optische Nabel der Gestalt , von dem der Rest in alle Richtungen davonzufließen schien. Im Lift erzählte sie mir, unten warte ihr Taxi (*Gottseidank*), sie müsse jetzt packen, denn morgen fahre sie nach Polen. - Das träfe sich gut, ich m&uum;sse auch packen, denn übermorgen führe ich nach Deutschland. - Ihre Tochter müsse in Polen ins Sanatorium - Ach Gott! - Zuviel Stress, sie brauche Massagen.

Unten wartete tatsächlich schon das Taxi, mir blieb daher nur noch, ihr galant die Hand zur Überwindung der hohen Stufe vor der Haustüre zu reichen und wunderschöne Feiertage zu wünschen.