|
|
|
Eine große Chance für Horst
Ehrmantraut |
Der Abstieg aus der
2. Liga kann für Saarbrücken wie ein Sechser im Lotto
gewesen sein. Die Verträge der zahlreichen von Ex-Teamchef
Thomas von Heesen verpflichteten Fehleinkäufe wurden so
unwirksam. Dies ist die Chance für Trainer Horst Ehrmantraut.
Kommen & Gehen
Der 1. FC Saarbrücken
der Saison 2002/2003 hat mit dem FCS der letzten Saison nichts
mehr zu tun. Der neue Trainer Horst Ehrmantraut und Sportdirektor
Tom Dooley haben kräftig ausgemistet und ein völlig
neues Team zusammengestellt. Dabei wurde viel Wert auf den Charakter
gelegt. Der Kader umfasst jetzt statt fast 40 Spieler nur noch
23, darunter auch einige sehr junge. Um den Platz im Tor kämpfen
der 39-jährige Peter Eich und Neuzugang Erol Sabanov (VfR
Aalen), aber auch der 19-jährige Vahid Spago wird eine Chance
haben. Ristau (VfL Bochum), Schäfer (Hannover 96) und Lieberknecht
(Mainz) sind sehr erfahren und können die jungen Spieler
führen. Der uneingeschränkte Chef wird wohl Michael
Oelkuch (Fortuna Köln) werden. Das hat er in den bisherigen
Testspielen schon angedeutet.
System & Taktik
Ehrmantraut wird wohl
mit einem 4-3-3- System spielen lassen. In der Abwehr kommen
Ristau und Rosen Schlüsselrollen zu. Schäfer und Lieberknecht
werden wohl das defensive Mittelfeld bilden. Denker und Lenker
wird Michael Oelkuch sein, ihm zur Seite stehen mit Marco Laping
und Kosta Rodrigues junge und entwicklungsfähige Spieler.
Für den Sturm wird noch ein "Brecher" gesucht.
Stärken &
Schwächen
Die neue Mannschaft
kann unbelastet von der letztjährigen Katastrophen-Saison
aufspielen. Horst Ehrmantraut legt sehr viel Wert auf Disziplin
und die Spieler sind gewillt, alles für den Erfolg zu tun.
Der Kader ist sehr ausgeglichen besetzt. Es wird allerdings einige
Zeit dauern, bis sich die Mannschaft gefunden hat. Da könnte
wertvoller Boden verlorengehen.
Trainer & Umfeld
Horst Ehrmantraut hat
im sportlichen Bereich das alleinige Sagen, wird dabei unterstützt
von Tom Dooley. Die Erwartungshaltung der Fans ist nach dem sang-
und klanglosen Abstieg nicht sehr hoch. Die Saarbrücker
wollen vor allem eine Mannschaft sehen, die alles für den
Erfolg tut. Das hatten sie zuletzt vermisst. Der Etat ist mit
rund 3,5 Millionen Euro für Regionalligaverhältnisse
recht ordentlich.
Fazit & Prognose
Den 1. FC Saarbrücken
mit seiner neuen Mannschaft einzuschätzen ist sehr schwer,
weil man das wahre Leistungsvermögen der Mannschaft noch
gar nicht kennt. Mit der Sportvereinigung Elversberg und Borussia
Neunkirchen sind zudem attraktive Mannschaften in unmittelbarer
Nachbarschaft, mit denen man um jeden Zuschauer kämpfen
muss. Wenn aus den vielen Neuen aber schnell eine Mannschaft
wird, ist diese sicher im vorderen Drittel mit dabei. Auch wenn
viele Experten den FCS auf den Favoritenschild heben, muss man
doch bezweifeln, dass im ersten Anlauf der Wiederaufstieg schon
gelingen kann.
Thomas Wollscheid
|
|
|