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Scharfschützen

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Scharfschützen der

Bundeswehr!

"Präzision der Waffe!"

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Der Scharfschütze bekämpft mit gezieltem Einzelschuß wichtige Einzelziele. Er wird dafür entsprechend ausgerüstet und ausgebildet. Seine Waffe ist das Gewehr mit Zielfernrohr oder ein spezielles Scharfschützengewehr (G 22). Ein scharfes Auge mit gutem räumlichen Sehvermögen, eine ruhige Hand, ein gutes Gehör und körperliche Gewandtheit sind die Merkmale, nach denen ein Scharfschütze ausgewählt wird. Eine weitere Voraussetzung um für die Scharfschützen-Ausbildung ausgewählt zu werden, sind überdurchschnittliche Schießleistungen, d.h. mind. die Erfüllung der Bedingungen für die Schützenschnur in Silber bzw. Gold. In der Ausbildung lernt er scharf zu beobachten, Ziele rasch zu erkennen und anzusprechen und im günstigen Augenblick treffsicher zu schießen, dabei aber vom Feind unerkannt zu bleiben.
Scharfschützen werden in der Bundeswehr hauptsächlich in folgenden Truppenteilen ausgebildet:
Jägertruppe,
Fallschirmjägertruppe,
Panzergrenadiertruppe,
Gebirgsjägertruppe,
sowie in Spezialverbänden wie z.B. dem Kommando Spezialkräfte und den Fernspähern.


Gliederung und Ausstattung:

In den Infanteriebataillonen verfügt der Infanteriezug über einen Scharfschützentrupp mit zwei Scharfschützen. Im Gebirgsjägerbataillon sind zusätzlich acht Scharfschützen im Hochgebirgszug eingesetzt.
Der Scharfschützentrupp von KRK-Truppenteilen verfügt über zwei Scharfschützengewehre G 22. Bei HVK-Bataillonen wird ein Scharfschützengewehr durch ein Gewehr G 3 mit Zielfernrohr bzw. G 36 ersetzt.
Somit kann jede Kompanie drei Scharfschützentrupps bilden, die unter einheitlicher Führung auf Kompanie- und Bataillonsebene zu Scharfschützengruppen / einem Scharfschützenzug zusammengefaßt werden können.
Der Scharfschützentruppführer (OstGefr) führt den Scharfschützentrupp. Bei Bedarf kann die Führung auch ein Unteroffizier übernehmen, der dafür ausgebildet sein muß. Durch den Scharfschützengruppenführer (Fw/OFw) auf Kompanieebene werden mehrere Scharfschützentrupps geführt.
Der Scharfschützenführer des Bataillons, ein Unteroffizier mit Portepee, überwacht und steuert im Auftrag des Bataillonskommandeur die Scharfschützenausbildung im Bataillon, berät den Bataillonskommandeur im Einsatz, koordiniert den Einsatz von Scharfschützen und führt ggf. die zusammengefaßten Scharfschützengruppen.

Bewaffnung und Ausrüstung:

Die Anforderungen an Bewaffnung und Ausrüstung des Scharfschützen müssen sich an den Einsatzgrundsätzen orientieren. Um einen erfolgversprechenden Scharfschützeneinsatz sicherzustellen, benötigt der Scharfschütze neben seiner Waffe eine zusätzliche Ausstattung und Ausrüstung, die Kampfkraft, Überlebens- und Durchhaltefähigkeit verbessert.
Als unverzichtbare Ausrüstung des Scharfschützentrupps werden gesehen:

Laserentfernungsmesser,
Spektiv zur Aufklärung von kleinen, getarnten Zielen,
Nachtsichtvorsatzgerät,
BiV-FERO, leicht,
Wärmebildzielgerät, zugleich Aufklärungs-/Beobachtungsgerät Tag/Nacht
Universalzielsystem BiV-Brille/Laserzielmarkierer für G 36 für den Beobachter.
Fernmelde-Geräte innerhalb des Trupps sowie eine Tarn- und Überlebensausstattung werden daneben für notwendig gehalten.


Ausbildung:

Die Einsatzerfordernisse und die moderne Waffentechnik erfordern eine umfangreiche Ausbildung, sowohl für den Wehrpflichtigen (W 10) als auch für den längerdienenden Soldaten. Deshalb kommt es darauf an, in einer Kombination von Aus- und Weiterbildung in der Truppe und in Lehrgängen an der Infanterieschule sowie ständigem In-Übung-halten den Einsatzerfordernissen der einzelnen Infanteriebataillone gerecht zu werden.

Die Auswahl der Scharfschützen HVK (W 10) und KRK (SaZ) erfolgt im Bataillon während der AGA/SGA. Wesentliches Kriterium für die Auswahl ist die Eignung für den künftigen Scharfschützeneinsatz. Die charakterlichen, körperlichen aber auch psychischen und fachlichen Anforderungen an den Scharfschützen sind hoch.

Die Scharfschützenausbildung beginnt mit einer Vorausbildung von vier Wochen, die durch das Bataillon durchgeführt wird. Die Vorausbildung schließt mit einem Eignungstest ab, dessen Bestehen Voraussetzung für die Teilnahme am Verwendungslehrgang für Scharfschützen ist. Der Verwendungslehrgang Scharfschütze G 22 Inf dauert vier Wochen und findet an der Infanterieschule statt.

Ziel des Verwendungslehrgangs ist die Befähigung zum Einsatz als Scharfschütze. Die Ausbildung orientiert sich an den Anforderungen, die an einen Scharfschützen im Gefecht gestellt werden. Neben der Schießausbildung auf weite Entfernungen sollen seine Fertigkeiten im Beobachten, Orientieren, Anlegen von Stellungen, Tarnen und Pirschen so vertieft werden, daß er seinen Auftrag selbständig erfüllen kann.

Nach erfolgreichem Abschluß der Ausbildung wird die ATB "Scharfschütze G 22 Inf" zuerkannt. Da im Scharfschützenlehrgang nur die Grundlagen gelegt werden können, ist es notwenig, daß neben der Ausbildung in den Einheiten durch zentrale Weiterbildungen und ein ständiges In-Übung-halten die Fertigkeiten und Fähigkeiten des Scharfschützen gefestigt werden. Die Weiterbildung der Scharfschützen erfolgt in Verantwortung der Bataillonskommandeure/Kompaniechefs.

Nach Ende der Grundwehrdienstzeit ist für den Wehrpflichtigen W 10 eine weitere Ausbildung im Rahmen der Krisenausbildung vorgesehen, während für den Scharfschützen von KRK-Truppenteilen die Weiterbildung kontinuierlich fortgesetzt wird.

Die Ausbildung der Führer und Ausbilder von Scharfschützen umfaßt:

den Verwendungslehrgang für Scharfschützentruppführer,
den Lehrgang für Schießlehrer und Ausbilder von Scharfschützen.

Die Voraussetzung für die Teilnahme an diesen Lehrgängen ist der Verwendungslehrgang "Scharfschütze G 22 Inf".
Am Verwendungslehrgang für Scharfschützentruppführer nehmen Mannschaften und Unteroffiziere o.P. teil, die als Scharfschützentruppführer vorgesehen sind.

Schwerpunkte der Ausbildung sind
die Führung eines Scharfschützentrupps im Einsatz,
die sichere Handhabung der Zusatzausstattung des Scharfschützentrupps und
die Steigerung der Schießleistung.

Der Lehrgang für Schießlehrer und Ausbilder von Scharfschützen ist für ausgewählte Unteroffiziere m.P. vorgesehen, die als Ausbilder von Scharfschützen und Führer einer Scharfschützengruppe oder als Scharfschützenführer Bataillon eingesetzt werden.

Ziel der Ausbildung ist die Befähigung,
mehrere Scharfschützentrupps bzw. eine Scharfschützengruppe im Einsatz zu führen,
die Vorausbildung und Weiterbildung von Scharfschützen zu planen und durchzuführen,
den BtlKdr/KpChef hinsichtlich des taktischen Einsatzes von Scharfschützen zu beraten.

Allgemeine Grundsätze für den Einsatz:

Die Scharfschützen werden grundsätzlich paarweise eingesetzt (Zusammenarbeit beim Beobachten, Schießen, Tarnen und Stellungsbau). Ein Scharfschütze wird dabei den Schuß wahrnehmen, während der andere die Trefferlage und die Umgebung beobachtet ("Spotter"). In besonderen Lagen können die Scharfschützen der Züge zu einer Scharfschützengruppe zusammengefaßt werden. Ausnahmsweise kann ein Scharfschütze auch einzeln eingesetzt werden. Besser ist jedoch, in einem solchen Fall, dem Scharfschützen wenigstens noch einen fähigen Gewehrschützen zur Seite zu stellen. Den Scharfschützen ist durch den Zugführer ein Kampfauftrag zu geben. Im Rahmen dieses Kampfauftrages handeln die Scharfschützen dann selbstständig. Im Rahmen eines Kampfauftrages muß den Scharfschützen die Stellungswahl überlassen bleiben. Es ist ihnen ein "Stellungsraum" oder "Bewegungsstreifen" zuzuteilen. Die Scharfschützen suchen im Rahmen ihres Kampfauftrages stets die gefährlichsten Ziele oder solche, deren Ausfall dem Feind am meisten Schaden zufügt. Der Scharfschütze schießt aus einer Stellung höchstens 3-6 Schuß. Er muß deshalb über mehrere, gedeckt erreichbare Wechselstellungen verfügen. Scharfschützen gehen niemals neben dem MG oder der schweren Panzerfaust in Stellung (Schwerpunktwaffen ziehen feindliches Feuer auf sich und werden leicht aufgeklärt). Werden die Scharfschützen abgesetzt vom Zuge eingesetzt, so kann für sie "freie Jagd" befohlen werden. Der Scharfschütze sucht sich dann seine Ziele selbst und bekämpft sie selbstständig.

 


Scharfschütze 5m entfernt!!!

Einsatzgrundsätze im Angriff:

Kampfaufträge für die Scharfschützen können sein:

Überwachen des Vorgehens
Flankensicherung
Niederkämpfen besonders gefährlicher, das Vordringen behinderter Augenblicksziele.

Die Stellungen für Scharfschützen können wie folgt plaziert sein:

seitlich vom Zug abgesetzt (Vorbeischießen)
rückwärts überhöht (Überschießen)
vorgeschoben (Beobachten)

Die Scharfschützen beziehen ihre Stellungen so, daß sie die Annäherung des Zuges bis zur Sturmentfernung überwachen können. Beim Einbruch stürmen die Scharfschützen nicht mit, sie überwachen die Einbruchstelle. Nach gelungenem Einbruch folgen die Scharfschützen oder überwachen aus bisherigen Stellungen. Ihr Augenmerk gilt nun dem Ansatz feindlicher Gegenstöße. Im Stoßtrupp gehören Scharfschützen in den Deckungstrupp. Beim Vorgehen im Wald oder in Ortschaften ohne Überwachung sind Scharfschützen rückwärts einzugliedern, damit sie bei Feindberührung nicht in Nahkämpfe verwickelt werden. Im Nachtkampf ist die Ausstattung zusätzlich mit IR-Fernrohr bzw. BiV-Zielfernrohr vorteilhaft. Die Scharfschützen müssen Fremdlicht ausnützen. Dazu müssen sie die Grundsätze für den Lichteinsatz kennen.


Bundeswehr-Scharfschütze beim Trainingsschießen

Einsatzgrundsätze in der Verteidigung:

In der Verteidigung finden die Scharfschützen ihr bestes Betätigungsfeld. Der Kampf der Scharfschützen in der Verteidigung
erfordert:

Geländeerkundung:
Durch systematische Geländeerkundung verschaffen sich Scharfschützen eine möglichst genaue Geländekenntnis ihres "Stellungsraumes".
Stellungswahl:
vor, in oder hinter Stellungen des Zuges, möglichst flankierend
markante Punkte sind zu meiden
Stellungen sollen gedeckt erreichbar sein
Feuervorbereitung: Anlegen einer Zielskizze mit Entfernungsspinne vor dem Gefecht

Wo Lage und Gelände es zulassen, sind Scharfschützen den Gefechtssicherungen zuzuteilen. Einsätze außerhalb des Stützpunktes oder Riegels sind anzustreben (z.B. daneben oder dahinter). Das bietet Gewähr, daß die Scharfschützen nicht in Deckung gezwungen werden, wenn der Feind zum Sturm ansetzt.
Scharfschützen können das Ausweichen auf neue Stellungen, das Lösen vom Feind oder aber auch die Aufnahme von Nachtruppen überwachen. Für den letztgenannten Kampfauftrag benötigen sie einen ausreichenden Zeitvorlauf, um ihre neuen Stellungen zu erkunden und auszubauen. Im Nachtkampf können die Scharfschützen mit IR-Zielfernrohr oder BiV-Zielfernrohr ausgestattet werden.

Einsatzgrundsätze im Ortskampf:

Scharfschützen in "freier Jagd" bereits am Ortsrand einsetzen, sofern dieser aus taktischen Erwägungen unbesetzt bleibt. Stellungen in der Tiefe der Ortschaft sollen Annäherungswege des Feindes beherrschen. Tiefgelegene Stellungen vergrößern auf nahe Entfernungen (wie meist im Ortskampf) bei tiefen Haltepunkt den Visierbereich und bieten im allgemeinen bessere Möglichkeiten für Stellungswechsel. Hochgelegene Stellungen werden nur bezogen, wenn das Schußfeld bzw. der Beobachtungsbereich dadurch erheblich vergrößert werden. Meist benutzt man eine solche Stellung als Beobachtungsstellung vor Beginn des Kampfes und als erste Stellung bei Kampfbeginn. Anzustreben ist immer eine Stellung, aus der die Scharfschützen auf weite Entfernungen wirken können. Der Kampf auf nahe Entfernung ermöglicht jedem Schützen zu treffen; er befindet sich auf Grund des offenen Visiers sogar im Vorteil gegenüber dem Scharfschützen. Der Scharfschütze feuert aus kleinen Schießöffnungen auf größere Entfernungen (hochgehobene Dachziegel, einzelne herausgebrochene Steine), die er erst bei Schußabgabe enttarnt.


Einsatzgrundsätze im Waldkampf:

Einsatz in "freier Jagd" oder bei den Gefechtssicherungen vor der eigenen Stellung. Aus Baumstellungen können die Scharfschützen gut beobachten, der Arbeitsaufwand für eine solche Stellung ist aber fast nie gerechtfertigt. Aus den selben Gründen wie beim Ortskampf ist eine Stellung anzustreben, die eine Feuertätigkeit auf weite Entfernungen zulassen, also an Schneisen, Lichtungen, Wegespinnen usw., die sich aber leider oft auch als markante Punkte präsentieren und somit Feuer und Beobachtung des Feindes auf sich ziehen.

Hier gilt:
Beobachtungsauftrag und Aufnahme des Feuerkampfes aus leichter aufzuklärender Stellung mit gutem Beobachtungsbereich und Schußfeld. Später wird eine weniger gefährdete Stellung mit kleinerem Beobachtungsbereich und Schußfeld bezogen. Niemals Stellungen hinter Holzstößen und markanten Baumstümpfen beziehen. Sie ziehen das Augenmerk sofort auf sich und somit auch das Feindfeuer.


Scharfschützen des Kommandos Spezialkräfte (KSK) mit G22

Einsatzgrundsätze im Jagdkommando:

Der Einsatz des Scharfschützen im Rahmen eines Jagdkommandos ist gekennzeichnet durch:

Hinterhaltstellungen
Niederkämpfen lohnender Ziele im Rahmen der "freien Jagd" oder des Handstreiches
Flankierendes Überwachen beim Vorgehen des Jagdkommandos.

Klassische Ziele für Scharfschützen:

Scharfschützen suchen und wählen vorrangig die Ziele, die

von ihren Kameraden nicht, oder nur mit hohem Munitionsaufwand bekämpft werden können
den Auftrag der eigenen Truppe besonders gefährden und
deren Ausfall den Feind besonders empfindlich trifft.

Solche Ziele sind vor allem:

Führer aller Ebenen und Kommandanten von Kampffahrzeugen
gut getarnte Gewehr-, MG- oder Scharfschützen
Beobachter schwerer Waffen
alle Soldaten mit besonderem Auftrag wie z.B. Fernmelder, Alarmposten, Melder, Krad-Melder und
Bedienungspersonal von wichtigen Waffen, Geräten und Versorgungsfahrzeugen.