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Cematê Dêrsými Alamanya Dersim-Gemeinde in Deutschland

zur Förderung der Kultur, Sprache und Geschichte e.V. Bobstr. 6-8, 50676 Köln Tel./Fax.: 0221-240 61 89  

Wir stellen uns vor



Die Entstehung unserer Gemeinde 

Im Jahre 1993 haben die türkischen Sicherheitskräfte und Militärs in der Region Zentral-Dersim (Tunceli) mehr als 200 Dörfer verbrannt und zerstört. Von den insgesamt 480 Dörfern von Zentral-Dersim wurden bislang 400 Dörfer entvölkert, die Einwohner vertrieben. Dort wurde jede Lebensgrundlage und die Natur grausam und skrupellos zerstört und vernichtet. 

Diese Vertreibungs- und Zerstörungspolitik führte nicht nur zu Verelendung und Hungersnot, sondern auch zum Anfang des Untergangs von Sprache, Kultur, Geschichte und Brauchtum dieses Landes. 

Nach der Bombardierung von Dersim ["Kýrmanciye - das Land der "Kýrmancki" (Zaza) und Kýrdaski (Kurdisch) sprechende Alewiten] im September 1994 kamen aus Dersim stammende  Kýrmancki (Zaza) und  Kýrdaski (Kurdisch) sprechende EmigrantInnen in Deutschland zusammen, um sich mit ihren Landsleuten zu solidarisieren. In dieser Zeit entstand die "Dersim Stiftung " in Köln, die später in "Dersim-Gemeinde in Deutschland zur Förderung der Kultur, Sprache und Geschichte e.V." umbenannt wurde. 

Seit dem 8. Juni 1996 ist die "Dersim-Gemeinde in Deutschland zur Förderung der Kultur, Sprache und Geschichte e.V." als gemeinnütziger Verein anerkannt. 
 

Zweck 

Zweck der Dersim-Gemeinde ist die Förderung von Kultur, Sprache und Geschichte. Insbesondere werden Projekte gefördert, die die Geschichte der Migration und der Region Dersim darstellen und sich mit dem soziokulturellen Leben aus Dersim, zu dem Themenkomplex wie Bildung, Kunst, Gesundheit, Sport und Wirtschaft gehören, beschäftigen. 

Ein weiteres Ziel ist die Konzipierung und Durchführung von Projekten, die unmittelbar dem Dialog und der Kulturvermittlung zwischen Dersimer-EmigrantInnen, Deutschen und Nichtdeutschen dienen. Diese Initiativen sind gleichzeitig eine Bereicherung des kulturellen Lebens in Deutschland. 

Soweit die eigenen Mittel vorhanden sind, wird die Dersim-Gemeinde für diese Forschungsvorhaben Stipendien vergeben um dies zu ermöglichen. Für ihre Arbeit setzt die Dersim Gemeinde audiovisuelle und schriftliche Mittel ein. Die Einrichtung eines eigenen der Öffentlichkeit zugänglichen Archivs und einer Dokumentationsstelle wird angestrebt. 
 

Dersim und Dersimer 

Dersim  ist ein buntes Mosaik von Kulturen. In der Region wird neben Zaza-Sprache Kurdisch, Türkisch, früher auch Armenisch,  gesprochen. 

Das Zaza sprechendes Volk ist ein iranisches Kulturvolk. Die Zazas (Kýrmancen) leben an der Wasserscheide der biblischen Flüsse, Tigris und Euphrat, deren Kernland Dersim heißt und in die Welt der Sagen als "Paradies" eingegangen ist. Die Kýrmancen, Hüter und Träger einer der ältesten Kulturen und Sprache der Welt, sind z.B. vergleichbar mit den Indianervölkern Nord- und Südamerikas vor ihrer Ausrottung bzw. Missionierung. Dersim ist ein Dorn im Auge des türkischen Staates und seiner fundamentalistisch-islamischen Parteien und wird seit Jahrhunderten als der Hort der "Heiden" "Ketzer" bzw. "Gottlosen" bekämpft. Trotz aller Missionierungs- und Assimilierungsversuche seitens der islamischen Ideologien und ihrer Staaten blieb Dersim bis 1937-38 eine Insel der Freiheit und des Friedens. Seitdem hat die türkische Armee zwar den Boden Dersims erobert, nicht jedoch den Geist und die Seele seines Volkes. Die Türkisierungs- und Islamisierungspolitik ist gescheitert. Seitdem symbolisiert Dersim den Widerstand und ist eine Hoffnung für unterdrückende Kulturen und Ethnien in der Türkei. 

Neben den Alewiten lebten und leben dort heute noch auch Armenier, die vor Verfolgung und Vernichtung während des osmanischen Reiches in Dersim Schutz gefunden haben. Die DersimerInnen haben einen uriranischen Glaube. Natürlich wurde ihr eigener Glaube von verschiedenen Religionen beeinflußt und zwar von Mazdaismus und Zarathustrismus bis zum Christentum und Islam. Die DersimerInnen wurden nur deshalb jahrhundertelang vom osmanischen Reich und seinem Nachfolgerstaat verfolgt. Sie nennen ihren Glaube "Yitýqatê Kýrmanciye"(Dersims Glaube). In der türkischen Sprache werden sie "Kizilbasch" ("Rotköpfe"), "Alewit" oder „Dersimer"  genannt. Die Alewiten von Dersim sind als tolerant und offen gegenüber den Weltreligionen bekannt. 

Die Alewiten, Christen und später umgesiedelten sunnitischen Moslimen bilden ein multikulturelles bzw. multiethnisches  Mosaik von Dersim. 
Dies ist ein Zeichen der Toleranz und Akzeptanz der "Dersimer" gegenüber anderen Kulturen und Religionen. Ein besonderes Beispiel dafür ist der Schutz der Armenier in Dersim während des Genozid von 1915/1916. 

In den Jahren 1937-38 erlebte die Dersim-Bevölkerung einen Genozid. Die Überlebenden wurden zwangsdeportiert. Seither nimmt ihre Unterdrückung und Verfolgung kein Ende. "Dersimer" werden systematisch aufgrund ihrer ethnischen und kulturellen Identität, ihres Glaubes, ihrer freiheitliebenden und widerständischen Vergangenheit sowie ihrer demokratisch-pluralistischen politischen Orientierung bestraft. 
 

Dersimer in Deutschland 

Unter den MigrantInnen und Flüchtlingen aus der Türkei in Deutschland sind Menschen aus diesem Gebiet besonders zahlreich vertreten. 

In Deutschland leben heute weitaus über 100.000 Menschen aus Dersim. Sie leben hauptsächlich in den Städten wie Köln, Bonn, Duisburg, Mainz, Frankfurt, Rüsselsheim, Berlin Hamburg und München. Der größte Teil dieser Menschen kam durch die Arbeitskräfteanwerbung in den 60er und 70er Jahren in die Bundesrepublik Deutschland. Insbesondere wuchs die Zahl der Menschen aus dieser Region durch Familienzusammenführung und die hier geborene zweite und dritte Generation. Nach dem Militärputsch im Jahre 1980 in der Türkei suchten viele politisch Verfolgte Dersimer Schutz in Deutschland und Europa, wofür sie dankbar sind. 

Sie erfahren jedoch keine politische Anerkennung als Volksgruppe. Ihre Kultur und Sprache wird hier nicht gefördert. 


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