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Diese Seite stellt kein komplettes Werkverzeichnis dar, sondern beinhaltet Kommentare zu einigen von Volkmanns bedeutendsten Werken.


Konzert für Violoncello und Orchester in a-moll, op. 33

Eines seiner bedeutendsten Werke, vielleicht das bedeutendste, und eines der besten Werke dieses Genres ueberhaupt, dessen Bekanntschaft jedem Cellisten dringendst ans Herz zu legen ist. Das Cello war Volkmanns Lieblingsinstrument, und diese Vertrautheit spricht aus jedem Takt des fantastischen Soloparts. Das Orchester spielt eine bedeutende Rolle in der symphonischen Entwicklung. Das Konzert ist einsätzig mit der generellen Struktur eines Sonatenhauptsatzes, jedoch auf interessante Weise erweitert, um der Herausforderung Rechnung zu tragen, den Inhalt eines romantischen Konzertes innerhalb nur eines, anstelle der ueblichen drei, Saetze zu praesentieren.

Das Cellokonzert wurde 1857 mit dem Cellisten Karl Schlesinger, dem es auch gewidmet ist, uraufgeführt. Ein Brief Volkmanns an Johannes Brahms, in dem er letzterem Hinweise fuer eine geplante Aufführung unter Brahms' Dirigat gibt, erlaubt einen aufschlussreichen Einblick in Volkmanns eigene Präferenzen für die Aufführungspraxis.

Einige der Ausgaben des Konzertes, die heute noch erhältlich sind, wurden leider von Fremdbearbeitern grauenvoll verstümmelt. Das gilt insbesondere für die Ausgaben von Mainardi (die ich allerdings selbst nicht gesehen habe) und Becker (die ich leider selbst zu Gesicht bekommen habe). Für eventuelle Aufführungen sollte unbedingt auf das von Volkmann autorisierte Orchestermaterial zurückgegriffen werden. Es existieren auch verschiedene Ausgaben für Cello und Klavier von Volkmann selbst, sowie von Julius Klengel und Edmund Kurtz. Nach meiner Beobachtung sind die beiden letzteren Ausgaben mit Volkmanns Vorgabe konsistent (wenngleich Klengel seiner Ausgabe einen selbst komponierten, unpassenden alternativen Schluss beigefügt hat).

MIDI-Datei
Strukturelle Analyse des Konzerts
Aufnahmen
Brief Volkmanns an Johannes Brahms
Hans Volkmann über das Cellokonzert


Weihnachtslied aus dem 12. Jahrhundert für Soli und Chor, op. 59

Das Weihnachtslied, komponiert im Jahre 1867 auf eine Textvorlage von Spervogel aus dem 12. Jahrhundert, ist Volkmanns bedeutendstes Chorwerk. Etwa eine Viertelstunde lang, ist diese Motette in vier Sätze unterteilt. Die beiden fugierten Aussensätze geben dem Werk, dem Anlass entsprechend, einen glanzvollen, jubelerfüllten Rahmen. Der zweite Satz malt ein inniges und naiv-anrührendes Bild des Himmels, das durch die Erinnerung getrübt wird, er werde nur jenen zuteil, die frei von Sünde seien. Im dritten Satz bekennen die Solisten ihre Verfehlungen und erflehen den Beistand des Hl. Geistes; von schlichten Anfägen steigert sich die Komplexität des polyphonen Satzes mit der Intensität ihrer Bitten, bis mit dem letzten Satz der Jubel über die erteilte Gnade losbricht, wobei das im ersten Satz exponierte Material in mitreissender Polyphonie verarbeitet wird.

Der letzte Satz ist vergleichsweise lang und sehr instrumental geschrieben, was Volkmann auch zur Kritik gemacht wurde. Er war sich dessen allerdings bewusst und argumentierte, dass angesichts der düsteren Thematik in den ersten drei Sätzen (Teufel, Schuld, Reue) dem erlösenden Schlussjubel ein grösserer Umfang eingeräumt werden müsse. Das Werk ist schwierig auszuführen, errang jedoch Erfolge. Hans Volkmann berichtet, dass es mindestens bis 1915 alljährlich zum 2. Advent in der Thomaskirche in Leipzig aufgeführt wurde. Die öffentliche Uraufführung fand am 2. Mai 1869 in der Leipziger Nikolaikirche durch den Riedelschen Gesangsverein statt.

MIDI-Datei
Briefe Volkmanns über das Weihnachtslied



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